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Campaignwatch: „Crotches Kill“ – Kanadische Aufklärungskampagne warnt vor Simsen am Steuer

21. März 2013

Diese Woche scheint die Woche der Aufklärungskampagnen zu sein. Denn nach den beiden Posts der letzten Tage kommt hier gleich noch einer zum Thema. Dieses Mal geht es wieder um Verkehrssicherheit und wieder kommt die Kampagne aus Kanada. Allerdings nicht aus der Provinz Ontario, sondern weiter aus dem Westen, aus Alberta. Das dortige Verkehrsministerium will Autofahrer davon abbringen, während dem Autofahren zu simsen und hat eine Kampagne im Wert von 380.000 kanadischen Dollar (ca. 290.000 Euro) gestartet, u.a. mit folgenden Plakaten und Anzeigen:

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Hintergrund der Kampagne ist das „Distracted Driving“-Gesetz in Alberta, das seit dem 1. September 2011 gilt und u.a. das Telefonieren und Simsen während des Autofahrens verbietet (ohne Freisprecheinrichtung). Seitdem wurden bereits 95.000 Verstöße gegen das Gesetz geahndet, von denen 95 Prozent auf Fälle wegen Handybenutzung während des Fahrens entfielen. Deshalb also nun die Kampagne „Crotches Kill“, die insbesondere junge Autofahrer ansprechen soll, da gerade junge (und männliche) Fahrer wegen abgelenktem Fahren verurteilt wurden.

Die Hinguck-Wirkung wird bei der Kampagne nicht durch einen Schock-Effekt erzeugt (was man bei dem Slogan eigentlich erwarten würde), sondern durch die deftige Sprache (für „crotch“ gibt es keine wirkliche deutsche Entsprechung, am ehesten lässt es sich noch mit „Schritt“ im Sinne von „Weichteile“ übersetzen) in Verbindung mit einer Art „Du bist entdeckt“-Botschaft („We know what you’re doing down there.“), die auch bildhaft übertragen wird (wer hat nicht schon einmal während des Autofahrens auf seinen Handy-Bildschirm gelinst). Ergänzt wird die Plakat- und Anzeigen-Kampagne durch Radio-Spots und die Web-Seite yourethecure.ca mit einem netten Scroll-Through-Feature.

Fazit

So richtig überzeugt mich die Kampagne nicht. Der Grund: Ich halte sie für etwas unentschlossen. Während die Plakate und Anzeigen eher ernsthaft gehalten sind und nachdenklich machen sollen, setzt die Web-Seite auf Humor. Auch die Plakate selbst halte ich für unentschlossen, als hätten sich die Macher nicht ganz getraut, den Slogan „Crotches Kill“ mit einem passenden Plakat-Motiv zu kombinieren. Das müssten nicht einmal drastische Schocker-Bilder sein, es würde ja bereits genügen, wenn man etwas weiter herauszoomen würde und sehen könnte, dass das Auto auf irgendein Hindernis zu rast, ohne, dass der Fahrer oder die Fahrerin das bemerkt. Den Rest könnte (und würde) sich dann ja jeder selbst denken.

Die jetzigen Plakat-Motive wirken auf mich jedenfalls irgendwie unvollständig. Oder – um nochmal auf einen meiner vorigen Beiträge zum Thema Schock-Kampagnen zurückzukommen: Es ist immer ein schmaler Grat zwischen zu wenig und zu viel Schock-Effekt. Und bei dieser Kampagne würde ich sagen, dass etwas mehr Schock-Effekt zu einer größeren Wirkung hätte führen können…

P.S.: Auch dieses Mal bin ich den Kollegen vom KlonBlog sehr dankbar für den Hinweis auf diese Kampagne.

Frühere Beiträge zum Thema:

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