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Campaignwatch: 100% Guaranteed Dead Helmet – Kann diese Schock-Kampagne helmlose Biker wirklich nachdenklich machen?

7. März 2013

Und schon wieder hat eine Verkehrskampagne mein Aufsehen erregt. Dieses Mal geht es um das Motorradfahren ohne Helm. Was natürlich keine so gute Idee ist. Alle, die das bislang anders sehen, sollten sich mal die beiden Plakate anschauen, die von der „Thai Health Promotion Foundation“ eingesetzt werden, um uneinsichtige thailändische Biker zum Nachdenken zu Bewegen:

Thai-Health-Promotion-Foundation-Ride-safe-wear-a-helmet

Thai-Health-Promotion-Foundation-Ride-safe-wear-a-helmet2

Erinnert mich ein bisschen an die Horrorbildchen, die z.B. in Australien mittlerweile auf den Zigarettenpackungen abgedruckt werden müssen. Ziemlich schockierend, das auf jeden Fall, aber bringt das bei der Zielgruppe was? Ich bin da ein wenig skeptisch, denn die potenziellen Gefahren sind diesen Leuten doch eigentlich bewusst, oder?

Aus der Medienwirkungsforschung lassen sich die Probleme ableiten, die mit solchen Schock-Kampagnen verbunden sind: Der Schock-Effekt kann zu einer Wirkungshemmung führen, wenn die Intensität der Furcht oder Bedrohung so groß ist, dass der Empfänger Abwehr- und Verdrängungsmechanismen entwickelt. Die Botschaft wird dann – häufig unbewusst – geleugnet oder als unglaubwürdig bzw. überzogen abgelehnt. Aus meiner Sicht ist diese Gefahr bei der obigen Kampagne durchaus gegeben, während ich sie bei der kürzlich hier vorgestellten – und ebenfalls aufsehenerregenden – Ecovia-Kampagne für deutlich niedriger halte. Schock-Kampagnen bewegen sich also immer auf einem sehr schmalen Grad zwischen zu wenig und zu viel Schock-Potenzial.

Auch deshalb setzt z.B. die deutsche AIDS-Hilfe bislang nicht auf Schock-Werbung, sondern auf einen eher humorvollen Kampagnen-Ansatz, wie Dirk Sander, Referent für Kampagnen und Prävention in der Deutschen Aids-Hilfe e.V. in einem lesenswerten Interview auf auf dem d@h-Blog erläutert: „Wenn Laien Kampagnen beurteilen, dann bewerten sie (…) Schock-Bilder als wirksamer. Dabei wissen wir z.B. aus der Wirkungsforschung, dass Kampagnen, die mit Humor arbeiten und einen benefit vermitteln, nachhaltiger und wirksamer sind.“

(Vielen Dank einmal mehr an die Kollegen vom KlonBlog für den Hinweis auf diese zweifellos aufsehenerregende Kampagne.)

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