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Campaignwatch: Wahlkampf ohne Wahlen – Obamas Rede zur Lage der Nation löst YouTube-Feuerwerk aus

15. Februar 2013
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Vor drei Tagen hat Barack Obama bekanntlich seine fünfte „State of the Nation“, also seine fünfte Rede zur Lage der Nation gehalten. Und darin seine Vorstellungen und Pläne für die zweite Amtszeit skizziert. Und was vor und nach dieser Rede auf den einschlägigen YouTube-Kanälen zu sehen war, hat mich schon sehr an die heiße Phase des nur wenige Monate zurückliegenden US-Präsidentschaftswahlkampfs erinnert. Hier ein paar Beispiele:

Auf dem YouTube-Kanal des Weißen Hauses wurde am Tag der Rede ein „Trailer“ veröffentlicht, der es schnitt- und musiktechnisch gut und gerne mit einem Kino-Trailer für den neuesten US-Blockbuster aufnehmen könnte – zumindest ab Sekunde 14:

Die Rede selbst konnte man dann auf dem YouTube-Kanal des Weißen Hauses auch in einer sog. „Enhanced Version“ anschauen, bei der die eigentliche Rede ergänzt wurde um passende Grafiken und Statistiken:

Das Weiße Haus nutzte Obamas Rede außerdem dazu, das neue „Citizen Response Tool“ vorzustellen und die Bürger dazu aufzurufen, damit ihr Eindrücke von Obamas Rede auf Facebook und Twitter zu dokumentieren („The president has given you his ideas, now it’s time to share yours!“):

Aber auch die Republikaner und ihre Unterstützer nutzten Obamas Rede für ein kleines YouTube-Feuerwerk. Auf dem YouTube-Kanal der republikanischen Parteizentrale (RNC) wurden gleich zwei Angriffsspots gegen Obama veröffentlicht, die ihn als Lügner, Schuldenmacher und hemmungslosen Steuererhöher darstellen:

Auch die Waffenlobby (= die NRA) nutzte die Gelegenheit, um in einem Erklär-Video darzustellen, wie sinnlos die von Obama geplante und in seiner Rede thematisierte Verschärfung der Waffengesetze sei:

Der pro-republikanische Super-PAC „American Crossroads“ (der bekanntlich von George W. Bushs ehemaligem Wahlkampfberater Karl Rove gegründet wurde) machte sich noch ein bisschen mehr Mühe und produzierte eine kommentierte Version von Obamas Rede im Stil der US-Comedyserie „Mystery Science Theater 3000“ (in der sich ein Mensch zusammen mit zwei Robotern B-Movies anschaut und sich über diese Filme lustig macht):

Das Video wurde bereits von einem der ehemaligen Darsteller des „Mystery Science Theater 3000“, Frank Conniff, auf Twitter kommentiert – allerdings nicht sehr freundlich:

Auch Obamas Unterstützer waren nicht untätig: So produzierte die demokratische Parteizentrale (DNC) ein Video mit einem Zusammenschnitt begeisterter Medien-Kommentare zu Obamas Rede. Höhepunkt: Ein Ausschnitt aus FOX News (!), in dem fast alle Test-Zuschauer Obamas Rede für gut befinden:

Der pro-demokratische Super-PAC „American Bridge“ schließlich nutzte den Anlass, um sich über die Zerstrittenheit der republikanischen Partei („The State of the Republican Union“) und das „Watergate“ von Marco Rubio („Marco Rubio Leaves GOP Thirsty“) in seiner Reaktion auf Obamas Rede lustig zu machen:

Fazit: Wer braucht noch Wahlen als Anlass für ein bisschen YouTube-Wahlkampf? Eine Rede zur Lage der Nation reicht doch vollkommen aus…

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2 Kommentare leave one →
  1. 15. Februar 2013 10:46

    The end of Marco Rubio’s career.

    • 19. Februar 2013 00:02

      So dramatisch würde ich das jetzt nicht sehen. :-) Die Reaktionen auf seine Reaktion waren ja eigentlich recht positiv. Ich könnte mir vorstellen, dass das einige Leute sogar ganz sympatisch fanden, dass er noch nicht so ein Medien-Profi ist…

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