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Election Live – Der USA-Countdown vor Ort – Noch 1 Tag – Chicago

5. November 2012

Ort: Chicago, Illinois
Heute: Tante unbekannten Namens, Republikanerin und „Birther“

Endlich, der Wahltag ist da! Halt, noch nicht ganz – oder doch? Rund 30 Millionen Amerikaner (das wären beim letzten Mal rund ein Viertel aller Wähler gewesen) haben ihre Stimme bereits abgegeben. Generell scheint es für die Demokraten ganz gut zu laufen, allerdings etwas schlechter als 2008. Mehr zur Verteilung der bisher abgegebenen Stimmen auf die hinterlegten Parteivorlieben hier. (Obacht! Das sind keine Auszählungen der Stimmen, sondern lediglich die Angabe, für welche Partei der Abstimmende als Wähler registriert ist. Es wird dabei aber sicher sehr große Korellationen geben.)

Im TV gibt es unterdessen wenig Neues. Alle warten gespannt auf Dienstag, die Analysten versteigen sich zu immer verzweigteren Aussagen über die Bedeutung einzelner Themen. Das Attentat auf die US-Botschaft in Bengazi ist immer noch ein sehr großes Thema, doch viele Kommentatoren wirken auf der Zielgeraden so, als ob sie nun auch zu Last-Minute-Wahlkämpfern werden.

Und ich? Ich bin nach meinen Abenteuern in Ohio (wo ich tatsächlich dann in einem Diner noch die große Deutschland-und-der-Holocaust-oder-habt-Ihr-jetzt-nicht-Kommunismus-Debatte erlebt habe) inzwischen in Chicago angekommen und habe meine Akkreditierung für den großen Demokraten-Wahlabend erhalten.

Hier fällt es schwer, überhaupt Republikaner zu finden. Die meisten Menschen, mit denen ich bisher sprach, beteuern, immer noch begeisterte Obama-Anhänger zu sein. Allerdings fällt auf, dass er häufig auch erst im Kontrast zu Romney für einen guten Kandidaten gehalten wird; das war 2008 doch deutlich anders, damals konnte er aus sich selbst heraus mehr begeistern.

Eine Frau in einem Mode-Geschäft gab sogar zu, dass ihre Tante zu den sogenannten „Birthern“ zähle, also den Menschen, die ernsthaft glauben, dass Obama kein US-Amerikaner sei. Sie meinte, dass das Thema Politik bei Familienfeiern eher ausgespart werde. Für Romney gab es von vielen, mit denen ich sprach, teils deftige Schelte – doch darf man nicht vergessen, dass ich ja auch nicht in den Hardcore-Republikaner-Staaten unterwegs bin. Da Schimpfwörter hier aber ohnehin nicht erlaubt sind, soll es das für heute gewesen sein.

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

Frühere Beiträge der Serie:

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