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Election Live: Der USA-Countdown vor Ort – Noch 2 Tage – Chicago

4. November 2012

Heute: Nate Silver, Statistiker und Zocker
Ort: Chicago, Illinois

Bald ist es geschafft: Während die Kandidaten wie der tasmanische Teufel durch die Swing States schwirren, lege ich heute den letzten Teil meiner Reise zurück, von nun an werde ich in Chicago sein.

Um Euch schon ein wenig auf den Wahlabend einzustimmen, möchte ich heute drei sehr kluge Angebote zur Wahl vorstellen. Schon häufiger war hier im Blog die Rede von Nate Silver. Der Statistiker schreibt für die NY Times das Blog „fivethirtyeight„, benannt nach den 538 Wahlmännern, die den Präsidenten bestimmen werden. Die Seite ist eine grandiose Sammlung von Statistiken, Wahrscheinlichkeiten und Hintergründen zur Arbeit von Wahlanalysten. Silver schätzt die Chance, dass Obama gewinnt aktuell auf rund 83 Prozent. Dafür hat er die vielen Umfragen auf dem Markt gewichtet und beispielsweise diejenigen abgewertet, die normalerweise Demokraten höher bewerten als sie tatsächlich liegen.

Obwohl die Republikaner Silvers Vorhersagen gerne herunterreden, gibt es zwei wichtige Gründe, wegen derer man Silver vertrauen kann – auch, wenn das viele Journalisten nicht gerne hören, denn wer mag schon einen langweiligen Wahlabend -: Zum einen hat er einen sehr guten Track Record: Bei der vergangenen Wahl hat Silvers Modell 49 der 50 Bundesstaaten und alle Senatoren-Wahlen korrekt vorhergesagt. Zum anderen hat er in den letzten Tagen seinen eigenen Ruf sehr eng an seine Vorhersagen gebunden und eine 2000-Dollar-Wette zugunsten einer Charity angeboten, sollte er mit dem Obama-Sieg falsch liegen. Ohnehin wäre er beruflich schlicht erledigt, wenn er weit daneben liegen würde.

Die zweite Seite heißt realclearpolitics.com und sie bietet neben einer etwas anders gelagerten Übersicht zu Wahlumfragen (mit einem anderen Gewichtigungsmodell und engerem Wahlausgang – sehr beliebt bei Journalisten) eine tolle Medienschau mit vielen Kommentaren zur Wahl.

Das großartigste Spielzeug sind aber die 512 Wege zur Präsidentschaft, die die New York Times errechnet hat. Die Idee dahinter: Letztlich entscheiden neun Bundesstaaten, wer Präsident wird, alle anderen sind sicher der einen oder anderen Seite zurechenbar. In der oberen Hälfte der Seite kann man den Sieger der Staaten anklicken und jede Menge Was-wäre-Wenn-Szenarien anstellen.

Wer die Seiten nun zusammenführt und nur diejenigen Swing States berücksichtigt, die in den Umfragen gut 2,5 oder 3 Prozent Vorsprung für den einen oder anderen Kandidaten aufweisen, der wird sehen, dass Obama sehr viel bessere Chancen hat. Schon jetzt viel Spaß mit diesen Seiten am Wahlabend!

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

Frühere Beiträge der Serie:

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

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