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Election Live: Der USA-Countdown vor Ort – Noch 3 Tage – Richfield

3. November 2012

Es sind nur noch drei Tage und so langsam fangen Kandidaten und Fernsehsender an, zu hyperventilieren. Da ist es den Kollegen von Fox News auch mal einen Beitrag wert, dass Schauspieler Jack Black in Ohio Barack Obama unterstützt hat. Für uns wenigstens eine Gelegenheit, in die Geschichte politischer Endorsements, also den Wahlempfehlungen von Zeitungen und Prominenten zu schauen.

Begonnen haben die öffentlichen Empfehlungen vor 142 Jahren in der New York Times. Die lobte seinerzeit die „pazifistische Grundhaltung“ von Abraham Lincoln. Heutzutage ist es in den USA gang und gäbe, dass eine Zeitung ihren Wunschkandidaten empfiehlt. Gerne einmal behaupten die Republikaner, dass sie von den „liberalen Massenmedien“ übergangen würden. Wer aber in die Statistik schaut, sieht, dass es seit 1972 in zehn Wahlen nur drei gab, in denen der demokratische Kandidat häufiger empfohlen wurde (Clinton 1992, Kerry 2004, Obama 2008).

Und in diesem Jahr? Nach der reinen Zahl liegt Obama mit rund 140 zu 100 Zeitungen vorne. Aber: Wer sich einmal die Liste der Zeitungs-Wahlempfehlungen 2012 anschaut merkt wieder einmal, dass mit Mitt Romney ein wenig ungerecht umgegangen wird. Aus Deutschland ist man das ja fast gewohnt: Kaum jemand macht sich die Mühe, seine Positionen nachzuvollziehen oder wann habt Ihr das letzte Mal ein Gespräch mit jemandem geführt, der die Argumente der Republikaner in Sachen Krankenversicherung darlegen konnte? Doch auch hier dringt kaum durch, dass Romney sehr viel erfolgreicher Wahlempfehlungen einsammeln konnte als sein Vorgänger John McCain. Es gibt deutlich mehr Romney-Empfehlungen, die 2008 noch Obama unterstützten als für Obama neu hinzugewonnene Zeitungen.

Auch zu den prominenten Wahlhelfern bietet Wikipedia ziemlich eindrucksvolle Listen: Barack Obama hat nahezu die gesamte Entertainment-Industrie mit Ausnahme der Actionschauspieler auf seiner Seite. Wer wissen möchte, wen Romney bisher hinter sich versammeln konnte, der findet hier seine Liste.

Übrigens: Es heißt zwar immer, in Deutschland gebe es keine Wahlempfehlungent; das ist in dieser entschiedenen Form aber allein angesichts der „Sozialdemokratischen Wählerinitiative“ 1969 von Willy Brandt Quatsch. Ja, die Zeitungen sind hier zurückhaltender, es gibt aber durchaus Ausnahmen wie zum Beispiel die Financial Times Deutschland. Diese sprach bei der Bundestagswahl 2002 erstmals eine explizite Wahlempfehlung zugunsten der CDU aus. 2005 empfahl sie die FDP, 2009 wiederum die CDU, mit einer Präferenz für Schwarz-Grün. Bei der Europwahl 2009 hingegen votierte die FTD für eine Wahl von Bündnis 90 / Die Grünen.

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

Frühere Beiträge der Serie:

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