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Election Live: Der USA-Countdown vor Ort – Noch 8 Tage – Washington D.C.

29. Oktober 2012

Heute: Halloween, Gruselfest und Präsidentschaftsorakel
Ort: Washington DC

Die Medien kennen heute nur ein Thema: Hurrikan Sandy, von einigen Sendern etwas makaber „Frankenstorm“ getauft. Rund um die Uhr erklären sie, wie man sich vorzubereiten habe, berichten, dass am Broadway die Shows ausfallen und spekulieren weiter über die möglichen Auswirkungen auf die Wahl (siehe mein Beitrag von gestern).

Dieser ganze Spuk passt auch gut in die heute beginnende Halloween-Woche. Obwohl der ganz große Kürbiszauber erst für Mittwoch angesetzt ist, waren die meisten Partys schon an diesem Wochenende zu beobachten. Überall auf den Straßen sah man japanische Manga-Kämpferinnen Hand in Hand mit Vogelscheuchen, wandelnde Hot Dogs vereint mit grell geschminkten Hexen, nebendran gerne mit ihren Schoßhündchen in Kürbis-Ganzkörperwärmern.

Das Verrückteste an Halloween: Es eignet sich angeblich sogar, um die Wahl vorherzusagen. Das behauptet zumindest „Spirit Halloween„, eine Kette, die im September und Oktober das Land mit mehr als 1200 Filialen überzieht, um einen Teil der rund acht Milliarden Dollar Halloween-Gesamtumsatz abzugreifen. Seit 1996 gebe es angeblich einen lupenreinen Track Record, was die Wahlen angeht: Der Kandidat, dessen Maske sich häufiger verkauft, wird Präsident.

1996 sei das zwischen Clinton und Dole besonders deutlich gewesen: 71 Prozent der verkauften Kandidaten-Masken stammten damals von Clinton, nur 29 von seinem Konkurrenten. Auch 2000 mit Bush-Gore (57-43), 2004 Bush-Kerry (65-35) und 2008 Obama-McCain (60-40) passen perfekt in die Reihe. (Mehr Details hier.)

Und in diesem Jahr? Noch war von der Firma nichts zu lesen, also habe ich selbst einmal im Spirit Halloween vor meiner Haustür nachgefragt: „Das kann ich nicht sagen“, meinte die Verkäuferin. „Ich denke, beide ungefähr gleich“, überlegte sie weiter, nur um dann zu bilanzieren: „Aber damit meine ich: gleich schlecht. Schau Dir die Regale an, sie sind voll. So als ob sich die Leute dieses Mal überhaupt nicht für die Wahlen interessieren.“

Update: Mittlerweile hat „Spirit Halloween“ erste Verkaufszahlen zu den Obama- und Romney-Masken veröffentlicht. Demnach steht es bislang 60:40 für Obama. Ähnlich sieht es im Übrigen beim Tassenverkauf von 7-Eleven aus. Auch hier liegt das Verhältnis von verkauften Obama-Tassen und verkauften Romney-Tassen bei 60:40.

Update 2: Hier noch eine weitere Übersicht mit Einzelhandels-Vorhersagen. Bei Büchern und Whiskey liegen Romney bzw. die Republikaner vorne, bei Keksen Obama und bei Donuts gibt es einen Patt.

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

Frühere Beiträge der Serie:

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