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Election Live: Der USA-Countdown vor Ort – Noch 7 Tage – Washington D.C.

29. Oktober 2012

Heute: Taxifahrer, Stimme der Straße und Wahlorakel
Ort: Washington DC

Mitten im Hurrikan Sandy harren die Amerikaner im Nordosten zuhause aus. Gestern wurde geraten, spätestens ab dem Mittag nicht mehr vor die Tür zu gehen, stattdessen dürften viele im TV beobachtet haben, was vor ihrer Haustür so passiert. Die Nachrichtensender weiden sich rund um die Uhr ausgiebig an der Story und der Wahlkampf tritt im Moment weiter in den Hintergrund – auch, weil keiner so richtig vorhersagen mag, ob das alles nun Obama nutzt, weil er Führungsstärke beweisen kann oder ob es ihm schadet, weil es die Umfragen noch einmal durcheinander wirbelt und möglicherweise die traditionell eher demokratisch wählenden Brief- und Vorab-Wähler beeinträchtigt. (Mehr dazu hier auf fivethirtyeight.)

Beschäftigen wir uns also heute einmal etwas bunter mit einer Stimme der Straße: Der Taxifahrer, der mich heute durch den Regen fuhr fragte auch sofort nach meinem Wahltipp. Ich antwortete, dass ich auf einen knappen Obama-Sieg setze. Er stimmte sofort zu, glaubte aber an einen riesigen Vorsprung („a wiiiiiiiiide margin“, wie er breit artikulierte). Und Obamas Verdienste, die seien doch eher mittelmäßig? „Naaaaah, you know, he inherited this shit“ („Ach was, er hat den ganzen Mist doch geerbt“), sagte er. Nach einigem hin und her schloss er dann aber mit einem nicht ganz so optimistischen: „I don’t know. White men are funny.“ („Ich weiß nicht, manchmal sind weiße Männer komisch.“)

Vor vier Jahren war diese Stimmung in Washington übrigens ganz ähnlich. Auch damals haben viele zufällig von mir angesprochene Leute erklärt, dass sie zwar an einen Sieg von Obama glauben, aber diesem Gefühl nicht ganz so recht trauen würden. Wenn sich der Wind legt, morgen mehr dazu.

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

Frühere Beiträge der Serie:

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