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Campaignwatch: Recycelter PAC-Spot bezeichnet Romney als „lügenden, doppelgesichtigen, manipulativen, narzisstischen Fiesling“

29. Oktober 2012
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Gestern habe ich schon wieder ein schönes Beispiel für Spot-Recycling entdeckt. Und gleichzeitig einen der bislang heftigsten Angriffe auf Romney, auch wenn ihn die Spot-Macher nicht beim Namen nennen. Trotzdem ist jederzeit klar, um wen es geht, wenn von „der Schlange im Gras“ die Rede ist, dafür reichen ja praktischerweise die Stichworte „Schweizer Bankkonten“ und „Verachtung für 47 Prozent der Amerikaner“:

Der Spot ist schon ein starkes Stück. Aus meiner Sicht der bislang heftigste, schmutzigste und auch persönlichste Angriff auf Romney aus dem demokratischen Lager. V.a. deshalb, weil nicht einmal versucht wird, mit irgendwelchen (Schein-)Fakten gegen Romney zu argumentieren, sondern es einfach nur darum geht, Ekel und Abscheu gegenüber Romney zu erzeugen. Und welches Tier würde sich dabei besser eignen als eine Schlange?

Allerdings hat das Tier-Gleichnis noch einen anderen Hintergrund: Das Ganze ist nämlich eine Art Remake des legendären „Bear-Spots“ von Ronald Reagan aus dem Wahlkampf 1984. In diesem hatte Reagan einen Bären als Symbol für die Sowjetunion eingesetzt. Implizite Botschaft: Gegen die UdSSR muss man sich genauso schützen wie man sich auch vor einem wilden Bären schützt, selbst wenn man sich nicht ganz sicher sei, ob es im Wald überhaupt noch einen wilden Bären gibt. Denn schließlich ist Vorsicht immer besser als Nachsicht:

Wohlgemerkt: Damals ging es nicht um Reagans demokratischen Herausforderer, sondern um den Erzfeind Sowjetunion. Man könnte außerdem noch anmerken, dass ein Bär noch relativ sympathisch ist, wenn man ihn mit einer Schlange vergleicht. Ich denke, dass die beiden Spots damit auch sehr schön die Entwicklung amerikanischer Wahlkämpfe symbolisieren: Schmutzig war es schon immer, aber so schmutzig wie 2012 war es definitiv noch nie.

Hinter dem Spot steckt übrigens das „Agenda Project“ bzw. der „Agenda Project Action Fund„. In früheren Beiträgen hatte ich bereits über andere Aktionen dieser offiziell als „wohltätige Organisation“ deklarierten Interessengruppe berichtet (diese sog. 501(c)(4)-Organisationen müssen aufgrund ihrer angeblichen Wohltätigkeit nicht einmal ihre Spender ausweisen). Der „Granny Off The Cliff„-Spot ging dabei bereits in eine ganz ähnliche Richtung wie der „Snake in the Grass“-Spot. „My Body My Country“ und das „Romney Girl-Video“ (das mittlerweile aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt wurde) hingegen fielen im Vergleich geradezu harmlos aus…

P.S.: Und hier noch die beiden Transkripte der Spots im direkten Vergleich:

There is a bear in the woods. For some people, the bear is easy to see. Others don’t see it at all. Some people say the bear is tame. Others say it’s vicious and dangerous. Since no one can really be sure who’s right, isn’t it smart to be as strong as the bear? If there is a bear.

There is a snake in the grass. For some people, the snake is easy to see. Others don’t see it at all. Some people say the snake is a smart businessman. Others say it’s a lying two-face manipulative narcissistic bully with Swiss bank accounts, of fundamental disdain for 47 percent of Americans and the moral architecture of a nat. Since no one can really be sure who’s right, isn’t it smart just to stop the snake? Since it is a snake.

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