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Election Live: Der USA-Countdown vor Ort – Noch 10 Tage – New York City

27. Oktober 2012

Heute: Colin Powell, Ex-Außenminister und „Nashorn“
Ort: New York City, New York

Genau zehn Tage vor der Wahl beginnen wir unseren Countdown vor Ort. Live aus den USA werde ich jeden Tag eine kleine Episode zur Wahl schildern: Was ist die Top-Story in den amerikanischen Medien? Welche Fragen beschäftigen die Amerikaner im Zusammenhang mit der Wahl am meisten? Und, was viele Europäer ja kaum verstehen: Warum hat Mitt Romney überhaupt so gute Chancen?

In den nächsten zehn Tagen fahre ich durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA und melde mich unter anderem aus New York, Philadelphia, Washington, Ohio und Chicago. Wenn Ihr Fragen habt: Her damit!

Den Anfang macht heute New York und hier hört und liest man von der Wahl höchstens im Fernsehen oder in den Zeitungen. Kein Wunder: Der Bundesstaat New York mit seinen 29 Wahlleuten gilt als sichere Bank für Amtsinhaber Barack Obama, seit Jahren schaffen es die Demokraten hier, um die 60 Prozent der Stimmen zu erreichen. Deshalb halten sich beide Parteien mit Wahlwerbung auf Plakaten oder per Telefon zurück (anders als in Ohio, aber dazu kommen wir noch).

Einzig im Fernsehen oder auf den vielen Sonderseiten der New York Times ist die Wahl sehr präsent und da beschäftigt die Medien momentan das Endorsement (also die öffentliche Wahlempfehlung) von Colin Powell für Barack Obama. Powell war unter George W. Bush rund um 9/11 Außenminister und hat nun wie auch schon 2008 Obama empfohlen. Der habe die Finanzkrise gut gemeistert und zudem seien die außenpolitischen Positionen von Romney ziemlich unberechenbar. Er sei schlicht nicht sicher, welchen Romney die Wähler bekommen würden.

Starker Tobak also für die Republikaner, die es sich natürlich nicht nehmen ließen, Powell heftig zu attackieren. Allen voran John Sununu, einer der wichtigsten Kampagnen-Strategen für Mitt Romney. Er polterte auf CNN, dass Powells Wahlempfehlung vermutlich weniger auf Obamas Leistungen als auf seiner Hautfarbe beruhe: „Ich denke, wenn es jemanden von der eigenen Hautfarbe gibt, der Präsident der Vereinigten Staaten ist, dann ist man eben stolz.“

Auch Ex-Kandidat John McCain stimmte mit ein und meinte, dass solche Empfehlungen ohnehin keine einzige Stimme ändern würden – was man halt so sagt, wenn es gegen die eigenen Leute geht. Weitere Republikaner schlossen sich den beiden an und versuchten, Powell zu degradieren. Sie bezeichneten ihn als „RINO“ – und das bedeutet in diesem Fall wohl sowohl Nashorn, als auch „Republican in Name Only“.

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