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Campaignwatch: Romney und Ryan spielen die Religionskarte – unterstützt durch die „Catholic Association“

15. Oktober 2012
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Offensichtlich ist Romneys Wahlkampfteam der Meinung, dass es nun Zeit ist, noch einmal kräftig mit der Religionskarte zu wedeln. Am Samstag wurden auf dem YouTube-Kanal der Romney-Kampagne zwei Web-Spots veröffentlicht, die sich an Wähler richten, die Obamas Gesundheitsreform als einen Eingriff in ihre religiöse Freiheit betrachten. Warum? Weil Obamacare Arbeitgeber zur Übernahme von Kosten für Verhütungsmittel durch die betriebliche Krankenversicherung verpflichtet, darunter eben z.B. auch katholische Organisationen (die Verhütung aus religiösen Gründen ablehnen).

Dieser Vorwurf wurde bereits im August in einem ganz ähnlichen TV-Spot von Romney verarbeitet, der dessen Besuch in Israel als Aufhänger verwendete. Damals blieb der Angriff jedoch noch seltsam vage, während er nun sehr viel spezifischer ausfällt:

Bei dem zweiten Web-Spot handelt es sich um eine direkte Kamera-Ansprache von Paul Ryan, die sich explizit an die „Catholics for Romney/Ryan“ richtet:

In America, we consider religious liberty our first freedom. That’s because there is no constitutional guarantee more precious than our right to the free exercise of religion. As Catholics, we see our faith as more than an individual right. We see it as a vital part of our community.

We celebrate the unique role our Church plays in caring for Americans of all faiths, or of no faith at all. Catholic charities and hospitals offer services that hold our society together.

But President Obama has attacked these indispensable institutions since virtually the moment he took office. We need a President who will support our God-given rights, not try to circumvent them. The protection of religious liberty will be a cornerstone in the Romney-Ryan administration.

Please take a moment to share this message with your family and friends. Encourage fellow Catholics to join our cause. Together, we will ensure that our faith and our traditions are protected for our children and for generations to come.

Durch diese Spots wird auch ein deutlich, dass Ryan für Romney gerade beim Thema Religion wichtig ist. Denn Romney hat bislang in keinem einzigen Spot seine eigene Religion (er ist Mormone) thematisiert. Das überlässt er lieber seinem Vize, da hier kaum die Gefahr besteht, dass jemand Ryans katholischen Glauben unheimlich finden könnte (im Gegensatz zu Romneys mormonischem Glauben, dem viele Amerikaner mit einer gewissen Skepsis begegnen).

Dass die Religionskarte Romney und Ryan eventuell zusätzliche und v.a. entscheidende Wählerstimmen (in den Swing States) bringen könnte, steht außer Frage: Denn in sechs der sieben am härtesten umkämpften Staaten stellen Katholiken immerhin 23 bis 35 Prozent der Gesamtbevölkerung dar (Colorado: 24, Florida: 26, Iowa: 23, Nevada: 24, New Hampshire: 35, Wisconsin: 29). Und die TCA (The Catholic Association), eine katholische Interessengruppe hat vor knapp zwei Wochen bereits eine sog. „Religious Freedom Scorecard“ zu beiden Präsidentschaftskandidaten veröffentlicht, mit eindeutigem Ergebnis:

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