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Campaignwatch: Die Conventions von Republikanern und Demokraten bei Google und Twitter – ein Blick zurück

25. September 2012
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In den letzten Wochen wurde viel über die (erfolgten oder ausgebliebenen) „Convention Bounces“ bei Romney und Obama geschrieben. Also um die Entwicklung der Meinungsumfragen nach den Conventions von Republikanern und Demokraten. Wenn man den Analysen von Nate Silver auf fivethirtyeight glaubt (und das tue ich), dann sieht es wohl so aus, als hätte Romney in den Umfragen kaum von der republikanischen Convention profitiert, Obama hingegen durchaus von der demokratischen Convention.

Ich habe mir nun mal angeschaut, wie die letzten Wochen des US-Wahlkampfs eigentlich auf Google und Twitter verlaufen sind. Denn das Schöne ist ja, dass man auf diese Daten dank einiger praktischer Online-Tools kostenlos Zugriff hat. Zunächst habe ich mir mal mit Google Insights For Search die Google-Anfragen für „Obama“, „Romney“ und „Ryan“ innerhalb der letzten 90 Tage angeschaut:

Wie man an der Grafik schön sieht, hat die Nominierung von Paul Ryan als Romneys Vize zu deutlich mehr Suchanfragen zu „Ryan“ geführt als die beiden Conventions zu „Romney“ und „Obama“. Kein Wunder: Schließlich war Paul Ryan vielen Leuten bis zu seiner Nominierung kaum ein Begriff, weshalb viele wohl erstmal seinen Namen gegoogelt haben. Bei Romney und Obama sah das zum Zeitpunkt der Conventions natürlich anders aus.

Im zweiten Schritt habe ich mir den Zeitraum der beiden Conventions nochmal genauer angeschaut, dieses Mal auch erweitert um die Such-Anfragen zu „Clinton“ und „Eastwood“, also den beiden Rednern, die auf den Conventions für die meiste Aufmerksamkeit sorgten:

Und siehe da: Clint Eastwood hat es am Tag nach seiner (und Romneys) Rede tatsächlich auf ein wenig mehr Such-Anfragen geschafft als Romney selbst. Auch die Rede von Bill Clinton sorgte für viele Such-Anfragen bei Google, allerdings für nicht ganz so viele wie die Rede Eastwoods. Getoppt wird Eastwood allerdings von den Reden der beiden Obamas. Sowohl die Rede von Michelle Obama als auch die Rede von Barack Obama sorgten jeweils am Folgetag für jede Menge Such-Anfragen bei Google. Der Effekt von Baracks Rede fiel dabei noch stärker aus als der Effekt von Michelles Rede.

Und wie sah das Ganze auf Twitter aus? Hierzu habe ich mir die Daten der Mention Machine der Washington Post einmal genauer angeschaut, die die Erwähnungen von Romney und Obama auf Twitter mittrackt. Hier sieht das Bild anders aus: Der größte Ausschlag ist am 31. August bei Romney zu verzeichnen, was wohl einerseits durch die Rede von Clint Eastwood, andererseits durch Romneys eigene Rede zu erklären ist. Im Vergleich dazu fällt der Ausschlag bei den Erwähnungen Obamas nach seiner Convention-Rede relativ gering aus. Zudem überrascht, dass bis kurz vor Obamas Rede Romney häufiger auf Twitter erwähnt wird, obwohl zu diesem Zeitpunkt ja bereits die demokratische Convention lief (und z.B. die Reden von Michelle Obama und Bill Clinton stattfanden).

Aber die Twitter-Erwähnungen sind ja bekanntlich nur die halbe Wahrheit. Erfreulicherweise misst der „Twitter Political Index“ die andere Hälfte der Wahrheit, nämlich die Tonalität der Erwähnungen auf Twitter:

Was man hier sieht: Die Tonalität der Twitter-Erwähnungen von Romney entwickelte sich bis zum Tag vor der Convention-Rede von Romney (also bis zum 29. August) sehr positiv. Danach ging es jedoch steil bergab. Bei Obama sah der Verlauf anders aus: Hier erreichte die Tonalität seiner Twitter-Erwähnungen am Tag seiner Convention-Rede einen zwischenzeitlichen Höhepunkt und fiel erst danach wieder steil ab. Allerdings fiel das Zwischen-Hoch von Obama dabei nicht ganz so hoch aus wie das Zwischen-Hoch von Romney kurz vor seiner Convention-Rede.

Fazit: Teilweise bestätigen die Google- und Twitter-Analysen das Bild, das auch die Umfragen und die Medienbeobachter von den beiden Partei-Conventions geprägt haben (große Aufmerksamkeit für die Reden von Eastwood und Romney, aber kaum positive Effekte). Teilweise gibt es aber auch interessante Abweichungen. So kann ich mir beispielsweise nicht so recht erklären, warum auf Twitter die Tonalität bezüglich Romney schon am Tag vor seiner (und Eastwoods) Rede so viel negativer wurde.

Interessant ist zudem der Verlauf der Twitter-Kurven von Romney im Anschluss an die republikanische Convention: Bis am Tag vor Obamas Rede wurde er noch häufiger auf Twitter erwähnt als Obama. Offensichtlich eine Art „Nachglühen“ der Convention der Republikaner. Allerdings ein Nachglühen, das nicht unbedingt im Sinne von Romney ausfiel, wenn man sich die Entwicklung der Tonalität seiner Twitter-Erwähnungen im selben Zeitraum anschaut.

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