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YouTubeWatch: Romneys Convention-Rede landet im YouTube-Ranking abgeschlagen auf Platz 8 und 9

6. September 2012
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Auch wenn die demokratische Convention bereits auf Hochtouren läuft, will ich noch einmal einen weiteren Blick zurück auf die Convention der Republikaner werfen. Ich habe mir nämlich mal den Spaß gemacht, die Klickzahlen und Bewertungen der YouTube-Videos aller Redner auf dem republikanischen Parteitag anzuschauen (genauer gesagt: der Videos, die auf dem offiziellen Convention-Kanal der Republikaner veröffentlicht wurden). Und dabei gab es ein paar Überraschungen…

YouTube-Aufrufe

Schauen wir uns zunächst mal die Top-10 der (bis gestern, 16.30 Uhr) am häufigsten aufgerufenen YouTube-Videos an. Mit deutlichem Abstand auf Platz 1 liegt das Video der Rede von Clint Eastwood. Über 1,5 Millionen Mal wurde dieses in den letzten fünf Tagen aufgerufen. Das ist schon rekordverdächtig. Allerdings sorgte Eastwoods Überraschungsauftritt auch für so einigen Medienrummel (und das nicht nur im positiven Sinn), was das große Interesse an seiner Rede doch etwas nachvollziehbarer macht.

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Ann Romney und Paul Ryan, die mit etwas über 200.000 Aufrufen fast gleichauf liegen. Condoleezza Rice und Mia Love, Bürgermeisterin von Saratoga Springs in Utah und neuer Liebling der konservativen Republikaner, folgen auf den Plätzen 4 und 5 mit immer noch deutlich über 100.000 Aufrufen. Die vor einigen Wochen nach als mögliche Vize-Kandidaten von Romney gehandelten Republikaner Marco Rubio und Chris Christie erreichen auf Platz 6 und 7 bereits „nur noch“ 96.000 bzw. 80.000 Aufrufe.

Und Mitt Romney? Der landet mit seiner Rede abgeschlagen auf Platz 8, mit gerade mal knapp 70.000 Aufrufen. Begeisterung sieht anders aus.

YouTube-Bewertungen

Die Klickzahlen sind natürlich nur die Hälfte der Wahrheit. Denn unter den vielen YouTube-Usern, die die Eastwood-Rede aufgerufen haben, waren vermutlich nicht wenige Obama-Anhänger, die sich über den peinlichen Auftritt von Eastwood gefreut haben. Ich habe deshalb für die Top-10 der am häufigsten aufgerufenen Reden auch den Quotienten aus positven und negativen Bewertungen des jeweiligen YouTube-Videos berechnet.

Und wie erwartet schneidet Clint Eastwoods Rede bei dieser Auswertung deutlich schlechter ab: Sie fällt vom ersten Platz auf den zehnten Platz zurück. D.h. sie war zwar die am meisten aufgerufene Rede, aber gleichzeitig wurde sie von den Top-10-Reden auch am schlechtesten bewertet. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Reden von Ann Romney und Paul Ryan, die beim Bewertungsranking gerade mal Platz 7 und 8 belegen.

Genau andersherum fällt das Ergebnis hingegen bei der Gouverneurin von New Mexico, Susana Martinez, aus. Deren Rede schaffte es zwar „nur“ auf knapp 48.000 Klicks (Platz 9), wurde aber gleichzeitig mit Abstand am besten bewertet von allen Top-10-Reden. Auch die Rede von Rand Paul, dem Sohn von Ron Paul, die nur knapp 33.000 Mal aufgerufen wurde (Platz 10) schafft es beim Bewertungsranking immerhin auf Platz 4.

Und Mitt Romney? Der schaut wieder in die Röhre. Denn trotz der wenigen Aufrufe, die seine Rede verzeichnete, wurde diese offensichtlich nicht nur von den begeisterten Romney-Fans aufgerufen, sondern auch von vielen Romney-Gegnern. Was dazu führt, dass er beim Bewertungsranking noch ein wenig schlechter abschneidet als beim Klick-Ranking und auf Platz 9 landet.

Fazit

Natürlich unterliegt die hier durchgeführte YouTube-Analyse der Convention-Reden einigen Einschränkungen. Denn selbstverständlich steigt mit der Prominenz eines Redners und der Berichterstattung über seine Rede die Wahrscheinlichkeit, dass das Video auch von vielen Anhängern des gegnerischen Lagers angeklickt und bewertet wird. Hohe Klickzahlen führen deshalb bei den meisten Reden fast zwangsläufig zu einem schlechteren Ergebnis bei der Video-Bewertung.

Was allerdings auffällt, ist, dass Romneys Rede – im Gegensatz zu den Reden von Susana Martinenz und Rand Paul – trotz der eher geringen Klickzahlen beim Bewertungsranking nicht besser abschneidet als beim Klick-Ranking. Die wenigen Nutzer, die seine Rede auf YouTube anklickten, bestanden also offensichtlich – anders als bei Susana Martinenz und Rand Paul – nicht mehrheitlich aus begeisterten Anhängern der Republikaner, sondern zu einem großen Anteil auch aus Anhängern von Obama.

Sollte sich dieser spezifische „Romney-Effekt“ (geringe Begeisterungswirkung auf die eigenen Anhänger bei gleichzeitig großer Mobilisierungswirkung auf die gegnerischen Anhänger) auch am Wahltag zeigen, wäre die Wahl für Romney wohl gelaufen…

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