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Campaignwatch: „Crossroads Generation“ – der pro-republikanische Super-PAC für die (enttäuschten) Jungwähler

4. September 2012
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Gestern bin ich auf einen Angriffspot des (mir bis dato unbekannten) Super-PACs „Crossroads Generation“ gestoßen, der in seiner Botschaft an die „Überläufer“-Spots von „Americans For Prosperity“ anknüpft. Allerdings mit einem sehr viel anspruchsvolleren filmischen Konzept, einer Art Zeitreise durch das Leben eines Jungwählers, der 2008 noch Obama unterstützt hat (sogar mit einem Poster in seinem Zimmer):

Zufälligerweise wurde dieser Spot nur wenige Stunden nach der Parteitagsrede von Paul Ryan auf YouTube veröffentlicht, in der dieser u.a. Folgendes von sich gegeben hatte: „College graduates should not have to live out their 20s in their childhood bedrooms, staring up at fading Obama posters and wondering when they can move out and get going with life.“

Ein Schelm, wer da Böses denkt. Aber natürlich ist mal wieder keinerlei Absprache im Spiel, wie der Executive Director von Crossroads Generation, Derek Flowers, gegenüber dem NYT-Blog „The Caucus“ versichert: „We were pleasantly surprised to hear the line in his speech last night and so decided there’s no better time to release our ad.“

Wie auch immer. Was ich eigentlich viel interessanter finde: Dass bei den pro-republikanischen PACs mittlerweile schon so etwas wie eine „Marken-Differenzierungsstrategie“ zu beobachten ist. Denn wie der Name bereits nahelegt, handelt es sich bei „Crossroads Generation“ (nach „Crossroads GPS“) um einen weiteren Ableger von „American Crossroads“, dem Super-PAC des ehemaligen Kommunikationsberaters von George W. Bush, Karl Rove.

Allerdings firmiert „Crossroads Generation“ (ebenso wie bei „American Crossroads“) als Super-PAC, „Crossroads GPS“ hingegen ist eine sog. „501(c)(4)“-Organisation, also (offiziell) eine Wohltätigkeitsorganisation, die deshalb ihre Spender nicht offenlegen muss.

Was ist dann aber der Sinn der Gründung von „Crossroads Generation“, wenn es nicht um rechtliche Vorteile (wer seine Spender nicht offenlegen muss, kann auch die öffentlichkeitsscheuen Spender umwerben) geht? Offensichtlich hat „American Crossroads“ beschlossen, sich nicht nur rechtlich, sondern auch inhaltlich zu differenzieren: Denn „Crossroads Generation“ wendet sich speziell an junge Wähler. Was man auch auf der Homepage der Organisation nachlesen kann (die ein betont lässig-jugendliches Design hat):

We’re graduating from high school and college and have to move back in with our parents to make ends meet. We’re in jobs that don’t pay enough, or that aren’t leading to a career we want. And that’s if we have a job at all; the unemployment rate for our generation is even higher than for the nation as a whole. Many have school loans to pay and have to postpone major life choices because of the economy.

We want to stand on our own two feet, but this economy keeps pulling us back down.

This year, our generation will again play a critical role in choosing the path that our nation takes. Four years ago, many of us voted for „hope and change,“ and we’re still waiting to see what that is supposed to mean.

The recovery has been too slow and the national debt has gone too high. Our leaders have let us down.

We have the chance to try something else. With Crossroads Generation, we want to start a conversation about that new direction. About why things haven’t gotten better, but also about how things can get better.

Auf der „Crossroads Generation“-Homepage findet sich u.a. sehr prominent der Hinweis: „Watch the video that’s speaking for a generation.“ Klickt man auf diesen Hinweis, so erscheint folgendes Video, an dessen Ende der Aufruf erscheint: „We can do better. Share your story at http://CrossroadsGeneration.com“.

Bislang wurden 11 Videos von Nutzern auf die Homepage hochgeladen und ich muss sagen, dass fast alle Videos relativ glaubwürdig und nicht gestellt wirken, v.a., weil sie weitgehend auf direkte Angriffe auf Obama bzw. die Regierung verzichten (eine Ausnahme bildet das Video „Sarah’s Story“):

Neben diesen Spots gibt es auf der „Crossroads Generation“-Seite auch noch drei einminütige „Erklär-Videos“ zu den Themen Steuern, Gesundheitsreform und Staatsverschuldung, die auch nicht schlecht gemacht sind:

Ach ja, und auf Facebook und Twitter ist „Crossroads Generation“ natürlich auch unterwegs.

Fazit: Keine schlechte Idee, diese gezielte Adressierung von enttäuschten und/oder frustrierten Jungwählern. Und auch keineswegs schlecht gemacht. Bislang scheint sich die „Bewegung“ zwar noch in gewissen Grenzen zu halten (ca. 55.000 Freunde auf Facebook, knapp 10.000 Follower auf Twitter), aber der oben zitierte Spot „The Poster“ wurde auf YouTube immerhin schon knapp 200.000 Mal aufgerufen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht mit „Crossroads Generation“…

Nachtrag (06.09.2012): Nun hat „Crossroads Generation“ aus verschiedenen Videos der Unterstützer einen kleinen Spot zusammengeschnitten:

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