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ResearchWatch: Romneys Vize-Auswahl – nachverfolgt auf Google und Twitter

13. August 2012
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Mike Allen, Ginger Gibson und Maggie Haberman schildern in ihrem Hintergrund-Bericht zur Ernennung von Paul Ryan als Romneys Vize-Kandidat auf Politico.com eindrücklich, wie bemüht Romneys Team war, die Entscheidung für Ryan bis zum letzten Moment geheim zu halten. So wurde ein aufwändiges Ablenkungsmanöver inszeniert, um Ryan von den lauernden Reportern fernzuhalten, das ein bisschen nach James Bond klingt: Ryan musste sich u.a. durchs Unterholz eines Waldes schlagen, um anschließend am Straßenrand von seinem Stabschef aufgegabelt zu werden.

Trotz dieser aufwändigen Vorkehrungen: Schon am letzten Donnerstag, also zwei Tage vor der Bekanntgabe von Ryans Vize-Kandidaten-Posten verdichteten sich die Anzeichen, dass es auf Paul Ryan hinauslaufen würde. Sehr schön nachzeichnen lässt sich dieser Prozess anhand von Google-Anfragen und Twitter-Trends. Hierfür habe ich bei Google Insights for Search gestern mal eine Anfrage zu den fünf Favoriten für Romneys Vize-Posten gemacht. Wie man am Ergebnis schön erkennen kann, führte bis zum letzten Mittwoch noch Rob Portman bei den Google-Anfragen, ab Donnerstag lag dann aber schon Paul Ryan vorne und am Freitag fiel der Abstand zwischen Ryan und allen übrigen potenziellen Kandidaten sehr deutlich aus:

Twitter war nach meinen bisherigen Erkenntnissen da ein wenig später dran als Google. Hier zeigt sich bei einer Abfrage über die Social Analytics von TOPSY erst ab Freitag ein deutlicher Trend hin zu Ryan:

Was sich ebenfalls mit den oben genannten Analyse-Tools nachweisen lässt, ist der Aufmerksamkeitseffekt, den die Nominierung von Paul Ryan für Mitt Romneys Kampagne – zumindest kurzfristig – brachte. Bei den Google-Anfragen setzte dieser wieder deutlich früher ein als auf Twitter: Schon seit dem 20. Juli wurde auf Google häufiger nach „Ryan“ gesucht als nach „Obama“ oder „Romney“. Am Samstag führte die Kür von Ryan dann auch dazu, dass „Romney“ häufiger gesucht wurde als „Obama“ – was im bisherigen Wahlkampf nur sehr selten vorkam. Auf Twitter wird dieser „Ryan-Effekt“ am Samstag noch sehr viel deutlicher:

Die Aufmerksamkeit auf Google und Twitter ist allerdings nur die Hälfte der Wahrheit. Entscheidend ist für Romneys Kampagne natürlich auch die Tonalität der Kommentare zu seiner Vize-Kandidaten-Kür. Denn wahrscheinlich entfiel ein Großteil der Twitter-Kommentare auf Wahlkämpfer und Unterstützer Obamas und stellte damit eine Form von Aufmerksamkeit dar, auf die Romney vermutlich lieber verzichten würde (wenn er denn könnte). Auch um diese Frage zumindest näherungsweise zu beantworten, gibt es ein praktisches Tool, den hier bereits vorgestellten Twindex bzw. Twitter-Index zum US-Wahlkampf, der die Twitter-Stimmungslage zu beiden Präsidentschaftskandidaten auf täglicher Basis misst:

Wie man am aktuellen Stand des Twindex gut erkennen kann, hat die erhöhte Aufmerksamkeit Romney durchaus genutzt: Sein Twindex-Wert ist am Samstag zum ersten Mal seit dem 23. Juli wieder positiver als der von Obama. Auch am Sonntag änderte sich an diesem Verhältnis nichts, obwohl da schon das Obama-Team auf allen Kanälen versuchte, Romneys Vize-Kandidaten ein Image als Millionärsfreund und Mann des sozialen Kahlschlags anzuhängen. Man darf also gespannt sein, wie lange die positive Nachwirkung der Ryan-Kür für Romney vorhält…

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