Skip to content

Campaignwatch: Neuer Bain-Spot von Pro-Obama Super-PAC sorgt erwartungsgemäß für Aufregung im US-Wahlkampf

10. August 2012
tags:

Wie erwartet sorgt der neue Bain-Spot „Understands“ von Priorities USA Action für großen Wirbel im US-Wahlkampf. Das Romney-Lager versucht nun, den Spot (und die Reaktion des Obama-Lagers darauf) als Grundlage für einen Gegenangriff auf Obama zu instrumentalisieren, in dem es ihn mit zwei Argumenten verknüpft: Erstens zeige der Spot, dass Obama seinen Anspruch von 2008, das Land wieder zu versöhnen, mittlerweile offensichtlich aufgegeben habe (der bereits aus früheren Spots bekannte „vom Paulus zum Saulus“-Frame):

Und zweitens beweise die Behauptung des Obama-Lagers, dass man mit dem Spot nichts zu tun habe, dass man es dort mit der Wahrheit wohl nicht allzu genau nehme. Denn: Es gäbe Belege dafür, dass Obamas Wahlkampfteam persönlichen Kontakt mit Joe Soptic, dem Protagonisten des Bain-Spots von Priorities USA Action gehabt habe:

Unterstützt werden die Republikaner hierbei natürlich auch wieder von FOX NEWS und deren Moderator Sean Hannity:

Das Wahlkampf-Tean von Obama hat bislang mit zwei Interview-Auftritten von führenden Kampagnen-Mitarbeiterinnen auf die Vorwürfe reagiert. Zum einen stellte sich Obamas stellvertretenden Kampagnen-Managerin Stephanie Cutter den Fragen eines CNN-Moderators (dieser Auftritt wurde auch schon von Sean Hannity und den oben zitierten Spots von American Crossroads und RNC aufgegriffen). Hier der längste, ungeschnittene Ausschnitt dieses Interviews, den ich auf YouTube finden konnte:

Außerdem gab es noch diesen Auftritt von Jennifer Psaki, der neuen Kampagnen-Sprecherin von Obama in der CNN-Sendung „Situation Room“:

Fazit: Eines steht fest: Die Video-Macher von Priorities USA Action wussten genau, was sie taten, als sie den Spot produzierten und sendeten. Dass es sich hier um ein „Missgeschick“ handelt und man es doch „eigentlich gar nicht so gemeint“ hat, kann ausgeschlossen werden. Die Frage ist nur, ob Obama mit diesem Spot geholfen oder nicht eher geschadet wurde. Momentan sieht es eher danach aus, als könnte der negative Bumerang-Effekt des Spots für Obama größer sein als der – eigentlich angestrebte – negative Effekt für Romney.

Denn die Republikaner machen es dem Wahlkampfteam von Obama so schwer wie möglich, die Verantwortung für den Spot einfach auf Priorities USA Action abzuschieben, mit dem man sich ja schon aus gesetzlichen Gründen nicht abstimmen dürfe. Wie dünn das Eis ist, auf dem sich Obamas Kampagnen-Manager mit dieser Argumentation bewegen, zeigt sich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die beiden Gründer von Priorities USA Action, Bill Burton und Sean Sweeney, beide enge ehemalige Mitarbeiter von Obama im Weißen Haus sind (Burton war Obamas stellvertretender Pressesprecher, Sweeney ein enger Berater von Obamas erstem Stabschef Rahm Emanuel).

Möglicherweise zeigt dieser Fall also, dass das bislang gültige US-Wahlkampf-Motto „Wenn es besonders schmutzig wird, dann lass es deinen Super-PAC erledigen“ noch einmal überdacht werden sollte. Insbesondere, falls Obamas Beliebtheitswerte in den kommenden Umfragen deutlich abnehmen sollten…

Nachtrag (11.08.2012): Habe gerade auf YouTube noch einen Teil-Mitschnitt des Conference Calls gefunden, der laut RNC-Spot beweisen soll, dass Obamas Kampagne (und speziell Stephanie Cutter) durchaus über die Details des Ablebens von Mrs. Soptic Bescheid wusste (obwohl ich mich noch immer frage, was das eigentlich mit der Frage zu tun haben soll, ob Obamas Kampagne für den Spot von Priorities USA Action verantwortlich ist):

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: