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YouTubeWatch: Romney muss aktuellen Angriffsspot gegen Obama wegen Urheberrechtsverletzung vom Netz nehmen

17. Juli 2012
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Vor zwei Tagen veröffentlichte Romneys Wahlkampfteam den Web-Angriffsspot „Political Payoffs And Middle Class Layoffs“, der Obama unterstellte, sich bei Wahlkampfspendern mit Posten im oder Aufträgen vom Weißen Haus revanchiert zu haben. Der Romney-Spot enthielt u.a. folgende Texteinblendungen: „Report: Obama’s big-money raisers get key posts, access, stimulus dollars“, „Democratic donors rewarded with W.H. perks“.

Ganz offensichtlich handelte es sich bei dem Spot, der mit einem „Let’s stay together“ singenden Obama unterlegt wurd , um eine Art Vergeltungsaktion für den letzten TV-Angriffsspot von Obama („Firms“), der einen „America the Beautiful“ singenden Mitt Romney mit Vorwürfen zu seinem angeblichen Job-Offshoring kombinierte:

Dumm nur für die Romney-Kampagne, dass die Rechte für die Nutzung des Songs „Let’s stay together“ bei BMG liegen und man sich diese Nutzungsrechte offensichtlich nicht sicherte, bevor man den Angriffsspot ins Netz stellte. Mittlerweile erscheint deshalb nur noch folgende Einblendung, wenn man den Spot aufrufen will:

Offensichtlich hat BMG also umgehend reagiert und die Romney-Kampagne oder YouTube zur Löschung des Spots verdonnert. Merke: Bevor du einen Spot mit Musik versiehst und ihn auf YouTube stellst, solltest du immer prüfen, ob du damit keine Urheberrechte verletzt. Ein ziemlich peinlicher Anfängerfehler eigentlich. Oder doch eher bewusstes Kalkül? Schließlich hat der Spot trotz seiner kurzen Lebensdauer bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt, wie folgender CNN-Ad Watch-Beitrag belegt (der im Übrigen einen zentralen Vorwurf des Spots als „Flat Out False“ einstuft):

P.S.: Wie Leonhard Dobusch auf netzpolitik.org anmerkt, ist es verwunderlich, dass ein AP-Video mit der selben Sequenz des singenden Obama nach wie vor frei zugänglich auf YouTube verfügbar ist. Dobusch vermutet, dass dies daran liegen könnte, dass das Romney-Video einem automatischen Suchalgorithmus von YouTube zum Opfer gefallen ist. Anders als von Dobusch angenommen, eröffnet das Romney-Video allerdings auch nicht mit dem singenden Obama. Auch hier beginnt Obama erst etwa in der Mitte des Videos zu singen. Dies spricht also eher gegen die Suchalgorithmus-Theorie und für eine manuelle Sperrung.

Zudem weist ein Leser in den Kommentaren zu Dobuschs Beitrag zu Recht darauf hin, dass es kaum möglich sein dürfte, eine nachgesungene Version eines Songs per Suchalgorithmus aufzuspüren. Derselbe Kommentator merkt zudem an (allerdings ohne darauf zu verweisen, woher er diese Information hat): „Mitarbeiter der BMG Rights Management GmbH haben von der Verwendung der von dem Musikverlag kontrollierte Rechte an “Let’s Stay Together” erfahren und die Sperrung veranlasst. Ganz ohne Algorithmus.“

Update (21.07.2012): Mittlerweile ist Romneys Angriffsspot wieder online, offensichtlich hat sich Romneys Wahlkampfteam mit BMG bzw. YouTube geeinigt:

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