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Campaignwatch: Romney und seine Auslandskonten – Vanity Fair liefert Obama eine neue Angriffslinie im Wahlkampf

9. Juli 2012
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„Where the Money Lives“ titelte die Vanity Fair letzte Woche und bescherte Obamas Wahlkampf-Team mit dem damit verbundenen Artikel über Romneys Auslandskonten einen willkommenen Anlass für die Eröffnung einer neuen Angriffslinie. Denn die neuen Vorwürfe gegen Romney passen einfach zu schön in die Geschichte von der bösen, herzlosen Heuschrecke Romney, der sein Millionenvermögen nicht nur mit der Verlagerung von amerikanischen Jobs ins Ausland machte, sondern dieses Vermögen nun anscheinend auch noch am amerikanischen Fiskus vorbei ins Ausland transferierte.

Das Timing des Vanity Fair-Artikels hätte auch kaum besser sein können, denn langsam aber sicher laufen sich die Bain Capital-Angriffe gegen Romney tot, da tut ein wenig Auffrischung durch einen neuen Aspekt der Heuschrecken-Erzählung gut. Und weil natürlich nicht jeder den langen Vanity Vair-Artikel lesen will, hat Obamas Wahlkampfteam das Ganze zu einer kleinen Info-Grafik für den schnellen Leser verarbeitet:

Wer bewegte Bilder und gesprochene Sprache bevorzugt, der kann sich die Hintergründe aus dem Vanity Fair-Beitrag auch noch einmal von Ben LaBolt, dem nationalen Pressesprecher von Obamas Wahlkampfteam erläutern lassen:

Ein weiterer Service des Obama-Teams: Eine Straßen-Umfrage zum Thema Auslandskonten („Do you have an offshore bank account?“) mit dem überraschenden Ergebnis: Kein normaler Amerikaner hat ein Auslandskonto und ein zukünftiger Präsident sollte erst recht keine Auslandskonten haben.

Unterstützt wird die neue Offenive der Obama-Wahlkämpfer auch durch die demokratische Parteizentrale bzw. deren Sprecherin Debbie Wasserman Schultz sowie durch prominente demokratische Politiker wie den Gouverneur von Maryland, Martin O’Malley, den ehemaligen Gouverneur von Ohio, Ted Strickland und den demokratischen Senator aus Illinois, Dick Durbin. Alle nutzten in den letzten Tagen mediale Auftritte, um Romney zur Offenlegung seiner Steuererklärungen und – damit verbunden – seiner Auslandskonten aufzufordern:

Fazit: Romney hat ein ernst zu nehmendes Problem. Die Auslandskonto-Vorwürfe könnten sich für ihn als sehr viel schädlicher erweisen als die Bain Capital-Vorwürfe. Denn erstens ist Romney allein verantwortlich für diese Aktivitäten und nicht eine gesamte Firma, auf die man einen großen Teil der Verantwortung abschieben kann. Und zweitens lassen sich zwielichtige Auslandskonten nur schwer als Dienst an der amerikanischen Wirtschaft verkaufen.

Zwar stehen die Amerikaner Steuern generell sehr kritisch gegenüber, weshalb man durchaus mit Verständnis rechnen kann, wenn man versucht, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen. Aber Millionengewinne durch Verlagerung ins Ausland vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken ist etwas anderes als mit ein paar Tricks vom Steuerberater ein paar hundert oder tausend Dollar Steuern zu sparen.

Die meisten Millionäre und Milliardäre dürfte Romney ohnehin bereits auf seiner Seite haben. Entschieden wird die Wahl aber letztlich noch immer von Wählern mit kleineren Summen auf dem Konto. Und für die könnten Romneys Auslandskonten nach einem weiterem Beleg für die These aussehen, dass er „out of touch“ mit den Interessen und Nöten der normalen amerikanischen Bürger ist.

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