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Campaignwatch: Romney und sein Immigrationsdilemma – ein gefundenes Fressen für Obamas Wahlkämpfer

19. Juni 2012
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Mitt Romneys Wahlkampf leidet zur Zeit mal wieder an einem klassischen Dilemma: Er verfolgt Ziele, die nur schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Ziel 1 lautet: Die konservative Basis der Republikaner mobilisieren. Das funktioniert immer noch am besten mit markigen Sprüchen zu Themen wie Abtreibung, Todesstrafe, Steuersenkung und… Immigration. Das klingt dann z.B. im aktuellen Fall so:

Das Problem: Ziel 1 lässt sich nur schwer mit Ziel 2 vereinbaren, der Mobilisierung der spanischsprachigen Einwanderer in den USA. Im Gegenteil: Bemühungen um Ziel 1 sorgen zur Zeit wohl eher dafür, dass Ziel 2 wieder in weite Ferne rückt. Allerdings helfen Obamas Unterstützer hierbei auch kräftig mit. Denn diese haben Romneys Dilemma natürlich schon länger erkannt und schlachten dieses nun genüsslich aus.

So veröffentlichte die “Service Employees International Union” (SEIU), die im Wahlkampf mit dem pro-demokratischen Super-PAC “Priorities USA Action” kooperiert, in den letzten Tagen wieder neue Angriffsspots, in denen sich spanischsprachige Wähler über das neueste Zitat von Romney zum Thema Immigration mokieren. Hier ein Beispiel (Übersetzung siehe unten):

Für alle, die nicht fließend Spanisch sprechen, hier die Übersetzung: Mann: „Diese Leute wollen nichts umsonst.“ Frau: „Wir kommen bis hierher, um weiter zu arbeiten, um uns durchzukämpfen, so wie es uns unsere Eltern beigebracht haben.“ Texteinblendung: „Mitt Romney ist gegen den Dream Act und unterstützt das diskriminierende Gesetz in Arizona.“ Mann: „Das macht ueberhaupt keinen Sinn.“ Frau: „Er ist wirklich schlecht, wir wollen jemand Besseres, der uns nicht ablehnt.“ Texteinblendung: „Mitt Romney – was er sagt, sagt alles.“

Fazit: Mitt Romney hat ein Problem. Er kann nicht auf das Werben um die konservative Parteibasis verzichten, gleichzeitig aber auch nicht den großen Anteil spanischsprachiger Einwanderer links liegen lassen. Das wissen Obamas Wahlkämpfer und das wissen auch die (linksliberalen) Medien, die sich ebenfalls mit Romneys Dilemma befassen:

Glaubt man diesem Bericht von MSNBC, dann führt Romneys Immigrationsdilemma offensichtlich zu einer Art Persönlichkeitsspaltung in den „Medien-Romney“ (der auf alle Fragen zu seiner zukünftigen Immigrationspolitik ausweicht) und den „Wahlkampftour-Romney“ (der gerne mal einen markigen Spruch zur Immigrationspolitik raushaut, auch wenn dies in heutigen Zeiten kurz danach auf YouTube zu sehen und zu hören ist). Die Persönlichkeitsspaltung ist sogar dreifach, denn der „Spot-Romney“ umwirbt die US-Latinos gezielt, in dem er ihnen mitteilt, wie schlecht Obama für sie ist. Man darf gespannt sein, wann Obamas Wahlkampfhelfer den nächsten „Mitt vs. Mitt“-Spot auflegen…

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