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Campaignwatch: Wie Obama seine freiwilligen Wahlkampfhelfer umwirbt – und warum

15. Juni 2012
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In den letzten Wochen wurden auf dem zahlreiche Videos veröffentlicht, die sich weniger an die breite Masse der Wähler und Anhänger richten, sondern v.a. an diejenigen, die ihn im Wahlkampf aktiv unterstützen – oder das noch nicht tun, aber mit dem Gedanken spielen. Für diese Unentschlossenen hat das Obama-Team vor ein paar Tagen eine Art Werbe-Spot für potenzielle Praktikanten veröffentlicht, in dem mehrere aktuelle Praktikanten erzählen, was für eine Ehre es ist, Obama als Praktikant zu unterstützen, wie viel man dabei lernt und wie toll es ist, die ganzen Promis aus Obamas Wahlkampfteam treffen zu können – oder sogar Obama selbst.

Wohlgemerkt: Alle Praktikantenstellen im Obama-Wahlkampfteam sind unbezahlte Stellen, wie man auf der Bewerberseite erfährt: „All internships with Obama for America are unpaid, volunteer positions.“ Eine gewisse intrinsische Motivation (die offensichtlich mit dem Werbe-Video ausgelöst werden soll) ist also durchaus vonnöten.

Auch für diejenigen, die sich schon etwas zu alt für ein Praktikum fühlen oder lieber von zu Hause aus aktiv werden wollen, gibt es die passenden Werbe-Videos auf Obamas YouTube-Kanal. Im einem dieser Videos geht es um das sog. „Neighbourhood Team Modell“, eine Art amerikanische Version der deutschen Ortsverbände der Parteien. Nur mit dem Unterschied, dass diese Ortsverbände in den USA für jede Wahl neu aufgebaut werden müssen, weshalb ein bisschen Werbung natürlich nicht schaden kann:

In einem weiteren Video geht es um den typischen Tag eines Haustür-Wahlkämpfers in Ohio („Canvassing in Ohio: A Typical Day for a Canvasser“). Auch der Haustür-Wahlkampf für Obama ist natürlich eine einmalige Gelegenheit, wie man in dem Video von Ashley Allison („Regional Field Director, Ohio“) erfährt: „Canvassing is an opportunity for volunteers to go and knock on the door of their neighbours and have face-to-face interactions and talk about issues that are important to them.“ Mit anderen Worten: Wenn du dich bisher nicht getraut hast, bei deinen Nachbarn zu klingeln, das aber immer schonmal tun wolltest, dann hast du jetzt die ultimative Chance! :-)

Neben diesen Werbe-Videos, die v.a. der Aktivierung und Mobilisierung dienen sollen, gibt es auch noch Videos, die den bereits mobilisierten Unterstützern dabei helfen, eigene Wahlkampfveranstaltungen zu organisieren oder Wahlkampfveranstaltungen zu finden, die in ihrer Nähe stattfinden:

Fazit: Das Wahlkampf-Team von Obama tut eine ganze Menge, um sicherzustellen, dass alle, die auch nur entfernt mit dem Gedanken spielen, Obama im Wahlkampf zu unterstützen, dies auch in die Tat umsetzen. Die Motivation hierfür wird mit allerlei Werbe-Videos und begeisterten Testimonials gepusht, die Einstiegshürden mit „How To Do“-Videos gesenkt.

Zwar waren ähnlich engagierte Bemühungen bereits im Wahlkampf 2008 vorhanden, doch im Jahr 2012 ist Obama mehr als zu je zuvor auf sein Heer von freiwilligen Helfern angewiesen. Denn diese sollen die Millionen von Spenden-Dollars ausgleichen, die Mitt Romneys Wahlkampf-Team und die pro-republikanischen Super-PACs mehr für TV-Spots zur Verfügung haben als das demokratische Lager um Präsident Obama.

2008 waren die freiwilligen Helfer also ebenfalls wichtig für den Erfolg des Wahlkampfs, aber Obama hatte gleichzeitig einen großen finanziellen Vorsprung vor seinem Konkurrenten John McCain. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall – im Gegenteil. Obama ist also umso mehr auf die Unterstützung seiner fleißigen Helferlein angewiesen, die von Haustür zu Haustür ziehen, angetrieben durch das Gefühl, einer großen gemeinsamen Sache zu dienen…

Nachtrag (21.06.2012): Hier noch ein weiteres, aktuelles „Rekrutierungsvideo“ von Obamas Kampagne, dieses Mal geht es um die Vorbereitung des „early voting“ in Iowa. Denn in Iowa hat man die Möglichkeit, per Briefwahl bereits 40 Tage vor dem eigentlichen Wahltermin zu wählen. Darüber muss man die Wähler natürlich informieren, und dafür braucht man viele freiwillige Helfer, die man erst einmal rekrutieren muss:

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