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Campaignwatch: Wie Obama und Romney die Latinos umwerben

13. Juni 2012
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Ende letzten Jahres hatte ich schon einmal darauf hingewiesen, dass die Demokraten ihre Anti-Romney-Angriffsspots immer wieder auch in spanischen bzw. spanisch untertitelten Versionen veröffentlichen. Während des Vorwahlkampfs der Republikaner war dies noch ein Alleinstellungsmerkmal der Demokraten. Seit sich Romney aber gegen seine republikanischen Mitbewerber durchgesetzt hat, bemüht auch er sich um ein gutes Ansehen bei den spanischsprachigen US-Wählern – bzw. um das negative Image seines Konkurrenten Barack Obama.

So wurden von den zehn seit Anfang Juni veröffentlichen Angriffsspots auf dem YouTube-Kanal von Romney immerhin drei in spanischer Sprache produziert. Bei allen drei Spots handelt es sich um spanischsprachige Versionen von Spots, die gleichzeitig oder kurz vorher bereits in einer englischen Versionen erschienen waren. Hier als Beispiel der spanische Spot „Deprimente“, der gleichzeitig auch als englischer Spot „Dismal“ erschien:

Das freut nicht nur den spanischsprachigen Wähler, sondern auch den nicht spanischsprachigen Wahlkampfforscher, der die englischen Spots heranziehen kann, um die spanischen Spots zu verstehen. :-) Barack Obamas Team geht ganz ähnlich vor und hat dabei auch noch prominente Unterstützung. So zeichnete kürzlich Musiker Marc Anthony einen Obama-Unterstützer-Spot sowohl in englischer als auch spanischer Sprache auf:

Das Engagement der Demokraten und ihrer Unterstützer geht nun allerdings noch weiter. Wie der New York Times-Blog „The Caucus“ berichtet, wird der pro-demokratische Super-PAC „Priorities USA Action“ vier Millionen Dollar in eine Werbekampagne investieren, die sich speziell an spanischsprachige Wähler in den drei Swingstates Colorado, Florida und Nevada richtet.

Die Angriffsspots wurden in Kooperation mit der „Service Employees International Union“ (SEIU) produziert und auch auf deren YouTube-Kanal veröffentlicht. In einem der Spots wird das mittlerweile berühmt gewordenes Zitat von Romney („You can focus on the very poor, that’s not my focus.“) mit Aussagen von spanischsprachigen Arbeitern kontrastiert: „Was ist mit uns? Er denkt nicht an uns.“, „Es fällt ihm leicht, so etwas zu sagen, weil er nicht die gleichen Probleme hat wie wir.“, „Er denkt nur an diejenigen, die bereits zu Geld gekommen sind.“

Der Grund für diese verstärkten Bemühungen um die Latinos in den USA: Sie sind eine der Wählergruppen mit dem höchsten Anteil an Nichtwählern. Es sind also besondere Anstrengungen nötig, um sie zu aktivieren. Gleichzeitig hat gerade das Obama-Lager aber besonderes Interesse an einem möglichst umfassenden Urnengang der Latinos, da diese nach wie vor mehrheitlich zur Wahl Obamas tendieren. So erläutert Brandon Davis, der politische Leiter der SEIU gegenüber „The Caucus„: „This ad is part of a broader effort to ensure Latino voters know the stakes in this election and who has been on the side of Latino Families and who will continue to stand with them in the coming years“.

Nachtrag (03.07.2012): Hier noch ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema von Politico, in dem auch konkrete Zahlen zu den Investitionen in die spanischen Werbespots genannt werden.

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