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Campaignwatch: Auch Fox News produziert jetzt Angriffsspots gegen Obama – tarnt sie aber als kritische Berichterstattung

31. Mai 2012
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In früheren Blog-Beiträgen habe ich bereits auf die verschiedenen Angriffsspot-Serien der Republikaner verwiesen, deren gemeinsames Motto „Obama hat seine zentralen Wahlkampfversprechen von 2008 gebrochen“ lautet („Failed Promises„, „Broken Promises„, „Empty Promises„). Nun hat sich Fox News, über deren Wahlkampf-Unterstützung der Republikaner ich hier auch schon geschrieben habe, offensichtlich entschlossen, diesen Attack Ad-Serien einen weiteren Beitrag hinzuzufügen, wie der „Media Decoder“-Blog in einem sehr lesenswerten Artikel berichtet.

Der Unterschied zu den Spots der Republikaner: Bei Fox News ist das Ganze vier Minuten lang, kostet die Republikaner keinen Cent Werbegeld und wird auch noch als „kritische“ Berichterstattung getarnt. Dabei hat der Fox News-Beitrag so ziemlich alles, was eine klassische Attack Ad auszeichnet: Dramatische Hintergrund-Musik, düstere und häufig vollkommen beliebige Elendsbilder, drastische Info-Grafiken, aus dem Zusammenhang gerissene O-Töne von Obama und eine einseitige und tendenziöse Darstellung von Obamas Regierungsbilanz, die jeden ernstzunehmenden Journalisten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen würde.

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Fazit: Der Informationswert des Fox News-Beitrags tendiert gegen Null, der Werbe-Effekt für die Republikaner hingegen dürfte – allein schon aufgrund der Reichweite von Fox News (und der Weiterverbreitung des Beitrags über YouTube) – beträchtlich ausfallen. Beunruhigend ist auch, dass die Fox News-Show „Fox & Friends“, die den Beitrag produzierte, eine wichtige Agenda-Setting-Funktion für den gesamten Sender hat und offensichtlich häufig vom Senderchef Roger Ailes, einem früheren Parteistrategen der Republikaner, mit gezielten und konkreten Anweisungen bezüglich der Inhalte bedacht wird.

Auch amerikanische Journalisten zeigten sich deshalb schockiert über das Vorgehen von Fox News. So brachte es David Zurawik, ein TV-Kritiker der „Baltimore Sun“ in einem Kommentar sehr treffend auf den Punkt: „Even I am shocked by how blatantly Fox is throwing off any pretense of being a journalistic entity with videos like this. […] Any news organization that puts up this kind of video is rotten to the core.“

Nachtrag (01.06.2012): Das Fox News-Video hat Konsequenzen. Zumindest für den verantwortlichen Produzenten Chris White. Der hatte eigentlich ein Job-Angebot von CNN erhalten, was nun aufgrund des Obama-Videos zurückgezogen wurde. Auch Fox News selbst hat sich mittlerweile von dem Video distanziert, allerdings lediglich mit einem Verweis darauf, dass das Video nicht von oberster Ebene abgesegnet wurde.

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