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Campaignwatch: Wie Obama und Romney die Stahlindustrie für den Wahlkampf nutzen

15. Mai 2012

Gestern habe ich darüber geschrieben, wie der Muttertag von Obama und Romney für den Wahlkampf instrumentalisiert wurde. Heute ist nun die Stahlindustrie dran. Diese wird im aktuellen Angriffsspot von Obama als Beleg für die Unmenschlichkeit von Bain Capital, dem früheren Arbeitgeber Mitt Romneys herangezogen. Der Spot soll in Iowa, Ohio, Pennsylvania, Colorado und Virginia ausgestrahlt werden und wird ergänzt um die passende Kampagnen-Website Romneyeconomics.com.

In dem Spot erzählen mehrere ehemalige Arbeiter der Stahlfirma „GST Steel“ in Kansas, wie Bain Capital ihre Arbeitsplätze – und ihr Leben – zerstörte. So resümiert Joe Soptic, der 30 Jahre lang für „GST Steel“ arbeitete: „I was devastated. It makes me angry. Those guys were all rich, they all have more money than they’ll ever spend. Yet they didn’t have the money to take care of the very people that made the money for them.“

Der Konter-Spot von Mitt Romney ließ nicht lange auf sich warten. Nur Stunden nach der Veröffentlichung des „Steel“-Spots von Obama wurde von Romneys Wahlkampfteam der Online-Spot „American Dream“ veröffentlicht. Es kann also vermutet werden, dass dieser bereits in der Schublade lag, um auf Spots wie den „Steel“-Spot vorbereitet zu sein.

Auch im Romney-Spot geht es um eine Stahlfirma („Steel Dynamics Inc.“). Wie zu erwarten handelt es sich dabei natürlich um eine Firma, die durch einen Eingriff von Bain Capital gerettet wurde und der es heute besser denn je geht. Und auch hier werden, wie im Obama-Spot, Stahlarbeiter als opportune Zeugen herangezogen: „One of the hardest things to do is move up a socioeconomic status in a generation. I said because of this company, I’m able to do that with my family.“ erklärt einer der Arbeiter und ein anderer ergänzt: „If that’s not the american dream, I don’t know what it is.“

Der Obama-Spot wird bereits als „the most important one of the president’s re-election effort“ bezeichnet. Jamelle Bouie begründet diese Einschätzung in einem Kommentar für „The American Prospect“ folgendermaßen: „Here’s why this is crucial. If President Obama has built his „brand“ around honesty and likeability, then Mitt Romney is trying to center his on competence; you may not like the former Massachusetts governor—you may not even trust him—but you know that he can fix the United States, and turn around the ship. […] The Obama ad (and it’s corresponding website, Romneyeconomics.com) is a direct attack on Romney’s competence. […] [T]he Romney campaign can’t be happy about Obama’s compelling attack on the governor’s most vital asset.“

Die schnelle Reaktion der Romney-Kampagne auf den Obama-Spot spricht dafür, dass diese Einschätzung nicht ganz daneben liegen kann.

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