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Neues aus der Forschung: Thematische und begriffliche Schwerpunkte der Wahlprogramme in Nordrhein-Westfalen

10. Mai 2012

Im zweiten Teil unserer Wahlprogramm-Analyse für Nordrhein-Westfalen beschäftigen wir uns mit den thematischen und begrifflichen Schwerpunkten der Wahlprogramme. Denn auch hier ergeben sich teilweise sehr interessante Unterschiede zwischen den Parteien.

Thematische Schwerpunkte

Um die thematischen Schwerpunkte der Parteien vergleichen zu können, haben wir die Programme auf die vier zentralen Wahlkampfthemen „Bildung & Forschung“, „Finanzen, Haushalt & Steuern“, „Sozialpolitik“ und „Umwelt, Energie & Verkehr“ untersucht und deren Wortanteile am jeweiligen Programm berechnet.

Betrachtet man die Ergebnisse, so sticht zunächst der außergewöhnlich hohe Anteil des Themenbereichs „Finanzen, Haushalt & Steuern“ im CDU-Wahlaufruf ins Auge: Mehr als ein Viertel des Wahlaufrufs (28,7 Prozent) beschäftigt sich mit diesem Thema. Allerdings überrascht dieses Ergebnis kaum, da sich der gesamte Wahlkampf der NRW-CDU sehr stark auf das Thema Haushaltspolitik bzw. Schuldenpolitik konzentriert.

Die anderen wichtigen Wahlkampfthemen fallen demgegenüber bei der CDU stark ab. So erreicht das zweitwichtigste Thema im CDU-Wahlaufruf, „Umwelt, Energie & Verkehr“ nicht einmal einen halb so großen Wortumfang (14,1 Prozent) wie das Haushaltsthema.

Das zweite Ergebnis, das ins Auge sticht: Der Themenbereich „Sozialpolitik“ (umfasst Familienpolitik, Gesundheitspolitik, Rentenpolitik) kommt im Wahlaufruf der FDP überhaupt nicht vor (0,0 Prozent). Die FDP hat sich offensichtlich für eine konsequente Schwerpunktsetzung entschieden,  was auch dazu führt, dass die übrigen drei Wahlkampfthemen zusammen fast 70 Prozent des Wahlaufrufs ausmachen: Ein Wert, der von keiner anderen Partei übertroffen wird.

Die ausgeglichenste Themenverteilung findet sich bei der SPD. Hier liegen alle Themenanteile zwischen 9,2 („Bildung & Forschung“) und 15,6 Prozent („Finanzen, Haushalt & Steuern“). Der Koalitionspartner, Bündnis 90 / Die Grünen, betont im Vergleich dazu deutlich stärker die beiden Themenbereiche „Bildung & Forschung“ (19,8 Prozent) und „Umwelt, Energie & Verkehr“ (22,4 Prozent).

Bei Linkspartei und Piratenpartei schließlich wird das Thema „Finanzen, Haushalt & Steuern“ nur am Rande behandelt (3,6 bzw. 3,7 Prozent), hier setzt man v.a. auf „Bildung & Forschung“ (14,9 bzw. 18,6) und Sozialpolitik (16,9 bzw. 14,0 Prozent). Die Piraten betonen zudem auffällig stark das Thema „Umwelt, Energie & Verkehr“ (16,3 Prozent).

Begriffliche Schwerpunkte

Eine anschauliche Möglichkeit, die begrifflichen Schwerpunkte der Wahlprogramme zu vergleichen, ist ein Vergleich der häufigsten Wörter anhand einer sog. Wordcloud oder Wortwolke (jeweils erstellt mit wordle.net).  Im Vordergrund steht in allen Wahlprogrammen, wenig überraschend, „Nordrhein-Westfalen“ bzw. „NRW“. Am deutlichsten fällt dieser Fokus bei Linkspartei und Piratenpartei aus.

SPD, Grüne und Linke erwähnen in ihren Wahlprogrammen besonders häufig die „Menschen“, FDP und Piratenpartei hingegen eher „Bürger“ bzw. „Bürgerinnen“. „Kinder“ erwähnen Grünen und Linken besonders häufig. Die CDU erwähnt in ihrem Wahlaufruf auffällig häufig „Rot-Grün“, verbunden mit Kritik an der amtierenden „Landesregierung“. Die FDP hingegen konzentriert sich bei ihrer Kritik v.a. auf die „SPD“.

Bei SPD und Grünen selbst stehen v.a. auch die „Kommunen“ im Mittelpunkt, bei den Grünen darüber hinaus auch „Schule“ und „Bildung“. Bei „FDP“ und „Piraten“ gilt schließlich: Das Programm sind wir selbst! Beide Parteien verwenden in ihrem Wahlprogramm deutlich häufiger ihren Parteinamen, als dies bei den anderen Parteien der Fall ist. SPD und Grüne verzichten weitgehend auf die Nennung des eigenen Parteinamens.

SPD

CDU

Bündnis 90 / Die Grünen

FDP

Die Linke

Piratenpartei

P.S.: Die komplette Ergebnis-Präsentation zu unserem Wahlprogramm-Check kann man hier als PDF herunterladen. Und hier gibt es auch noch die offizielle Pressemitteilung.

Nachtrag: Und hier die Links zum ersten und dritten Teil unserer Wahlprogramm-Analyse:

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