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Campaignwatch: Wahlwerbespot der Piratenpartei zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

8. Mai 2012

In den letzten Tagen ist so einiges passiert und ich komme leider jetzt erst dazu, mit der Aufarbeitung für den Blog zu beginnen. Anfangen will ich mit dem erst vor Kurzem veröffentlichten Wahlspot der Piratenpartei in NRW zur Landtagswahl am kommenden Sonntag. Bei dem Spot handelt es sich allerdings nicht um einen wirklich neuen Spot, sondern um eine überarbeitete und leicht gekürzte Version des Wahlspots von 2010.

Mein erster, spontaner und persönlicher Eindruck zum Piraten-Spot: Nicht schlecht, aber ziemlich konventionell. Gerade auch im Vergleich mit anderen Piraten-Spots, z.B. zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Das Problem an „nicht schlecht, aber ziemlich konventionell“: Solch ein Spot fällt zwischen den anderen Wahlspots nicht weiter auf. Nicht negativ, aber eben auch nicht positiv.

Letztlich steht der Spot für mich für eine Entwicklung, die ich auch schon bei den Wahlplakaten der Saar-Piraten beobachtet habe (und das, obwohl er ja eigentlich schon aus dem Jahr 2010 stammt): Die Piraten machen sich mit solchen Wahlkampfmedien auf den Weg zur etablierten bzw. konventionellen Partei.

Das gilt sowohl für die Machart des Spots (Testimonials sagen, warum sie die Piraten wählen wollen), als auch für die kommunizierten Inhalte. Denn in dem Spot geht es nicht nur um klassische Piraten-Themen, sondern auch um Themen, die man eher bei anderen Parteien vermuten würde (z.B. Umweltpolitik, Energiepolitik, Flexibilisierung des Handelskammersystems, Verbraucherschutz). Durch das Umschneiden des ursprünglichen Spots ist deren Anteil sogar noch gestiegen, denn herausgeschnitten wurde bei der neuen Version das Statement zu Netzpolitik und politischer Transparenz. Hier zum Vergleich der ursprüngliche Spot:

Fazit: Betrachtet man die letzten drei Landtagswahlkämpfe der Piratenpartei (Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen), dann fällt auf, dass die Piraten sich noch nicht ganz einig darüber sind, ob sie sich im Wahlkampf nun inhaltlich breiter aufstellen und damit auch konventioneller geben sollen oder ob eine Fokussierung auf die Kernthemen der Piraten (Verwaltungstransparenz, Netzpolitik, direkte Demokratie, Bildungspolitik) sinnvoller wäre. Bei der Machart der Wahlkampfmedien ist dieselbe Uneinigkeit zwischen konventionell und unkonventionell zu beobachten. Es bleibt deshalb spannend, wohin die Piraten-Reise bei den Landtagswahlkämpfen und dem Bundestagswahlkampf 2013 gehen wird.

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