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Campaignwatch: „Für Kitas statt Betreuungsgeld“ – Die neue Angriffskampagne der SPD

24. April 2012

Gestern hat die SPD in Kiel ihre neue Anti-Betreuungsgeld-Kampagne „Für Kitas statt Betreuungsgeld“ vorgestellt. Die SPD will nach eigener Aussage mit der Kampagne die Einführung des Betreuungsgeldes verhindern. Dieses Ziel soll auch in den Wahlkämpfen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen eine Rolle spielen.

Als Werbemittel der Kampagne sollen bundesweit zwei Postkarten-Motive eingesetzt werden. Die Postkarten können kostenlos im Mitglieder-Shop der SPD bestellt werden. Das erste Motiv zeigt ein kleines Mädchen auf einer Rutsche, darunter prangt der Slogan: „Mami ist die Beste! Aber ich kann ja nicht immer auf sie aufpassen!“, gefolgt vom Claim der Kampagne „Für Kitas statt Betreuungsgeld.“

Auf dem zweiten Motivsind zwei kleine Jungen auf einem Bett zu sehen, die Köpfe auf die Hände gestützt. Darunter prangt der Slogan „Papi ist der Beste! Aber ich muss auch meine Kumpels treffen.“, der ebenfalls vom Claim der Kampagne gefolgt wird.

Auf SPD.de können Unterstützer der Kampagne zudem darüber abstimmen, wie „der Staat die geplanten 2 Milliarden Euro pro Jahr besser investieren“ sollte. Zur Wahl stehen fünf Möglichkeiten, darunter natürlich „Mehr Kita-Plätze schaffen“, aber auch – überraschenderweise – „Betreuungsgeld einführen“. Und das, obwohl in der Frage extra danach gefragt wird, wie der Staat das Geld „besser“ investieren sollte als in das Betreuungsgeld.

Das könnte sich für die SPD noch rächen, lädt es doch zu Aktionen von Regierungsanhängern ein, die das Umfrage-Ergebnis gerne in ihrem Sinn beeinflussen würden. Müsste man deshalb nach kurzer Zeit die Option „Betreuungsgeld“ von der Liste der Auswahl-Möglichkeiten streichen, wäre dies kein glückliches Signal für die SPD-Kampagne.

Fazit: Die SPD hat durchaus die Zeichen der Zeit erkannt. Selbst bei Anhängern von CDU und FDP ist das Betreuungsgeld durchaus umstritten. Auch einige Bundestagspolitiker aus diesen Parteien haben bereits ihren Widerstand angekündigt. Das Thema hat zudem einen großen Emotionalisierungs- und Mobilisierungsfaktor, schließlich geht es um nicht weniger als das Beste für unsere Kinder.

Der Zeitpunkt für eine Angriffskampagne, kurz vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, ist also sicherlich nicht ungünstig gewählt. Ob man dieses Potenzial allerdings mit einer Postkartenkampagne angemessen ausschöpfen kann, wage ich zu bezweifeln. Die Kampagnen-Motive sind zwar durchaus originell und sympatisch gestaltet, eine Breitenwirkung würden sie jedoch nur als Plakat-Kampagne entfalten können.

Peinlich ist zudem der Fauxpas mit der unpassenden Multiple-Choice-Option „Betreuungsgeld“ beim Voting auf SPD.de. Diese Gelegenheit für eine Bloßstellung der Kampagne werden sich die Regierungsparteien bzw. ihre in den sozialen Netzwerken aktiven Anhänger vermutlich kaum entgehen lassen…

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One Comment leave one →
  1. 6. August 2012 23:00

    ich bin Werbeexpertin, diese Kanmpaqne ist Propaganda, -Eltern visa Kindergaerten-. Die Eltern haben wir mit dieser Propaganda sofort verloren, und die Waehler durchschauen die Propaganda ebenfalls in einer Sekunde.
    Ich wuerde mich freuen, wenn die SPD mit kompetententeren Werbeberatern arbeiten koennte.

    Lisa Price

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