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Campaignwatch: Analyse der Wahlspots zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Teil 1: CDU und SPD

18. April 2012
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Mit der CDU hat gestern die letzte Landespartei mit Aussichten auf den Einzug in den Landtag von Schleswig-Holstein bei der Wahl am 6. Mai ihren offiziellen Wahlspot veröffentlicht. Zeit für eine erste kleine Analyse der Spots von CDU und SPD…

CDU

Mein erster, ganz spontaner und persönlicher Eindruck zum Wahlspot der CDU: Laaaaangweilig! :-) Aber: Wie kommt es zu diesem Eindruck? Da ist zunächst einmal die einschläfernde Sprechweise von Spitzenkandidat Jost de Jager. Weshalb es aus meiner Sicht ein Fehler war, ihn nicht nur am Ende des Spots mit einer direkten Ansprache an die Wähler einsetzen, sondern auch als Sprecher aus dem Off. Das hätte man lieber einem ausgebildeten, dynamischeren und akzentuierterem Sprecher überlassen.

Zweiter Aspekt: Auch die Hintergrundmusik trägt keinesfalls zu mehr Dynamik bei. Im Gegenteil: Sie wirkt getragen und ebenfalls eher einschläfernd. Dritter Punkt: Das Bildmaterial des Spots ist wenig ansprechend, beliebig und teilweise auch schlecht und/oder zu schnell geschnitten. Der Spot leidet dadurch an einer Informationsflut (viele Bilder bei gleichzeitig viel, aber monoton gesprochenem Text), die auch nicht so kanalisiert und pointiert wird, das es zu eindeutigen und einprägsamen „Take-Home-Messages“ kommt. Motto: Alles ist gleich wichtig. Ergebnis: Nichts bleibt hängen.

Besonders ulkig finde ich das Ende des Spots. Da wirkt de Jager so, als hätten ihm die Spotmacher eingeimpft: Am Schluss aber bitte mal bis über beide Ohren lächeln. Was dem Kandidaten sichtlich schwer fällt.

Fazit: Der CDU-Spot ist schlecht gesprochen, schlecht bebildert und enthält keinerlei Anker für die Zuschauer, der ihnen eine gezielte Selektion der zentralen Botschaften erlaubt. Erstaunlich, wie unprofessionell die CDU als aktuelle Regierungspartei hier vorgeht.

SPD

Mein erster, ganz spontaner und persönlicher Eindruck zum Wahlspot der SPD: Die Frachter auf dem Nord-Ostseekanal scheinen neuerdings Schnellboote zu sein (siehe Minute 1:27). :-) Scherz beiseite: Was zu allererst einmal auffällt, ist die überdurchschnittliche Länge des Spots: 2:07 Minuten. Da wird die SPD wohl noch eine gekürzte TV-Version vorlegen müssen, denn ich glaube kaum, dass sie vom NDR mehr Zeit eingeräumt bekommt als die üblichen 90 Sekunden, an die sich alle anderen Parteien auch halten.

Vergleicht man den SPD-Spot direkt mit dem CDU-Spot, so ist festzustellen: Er ist deutlich dynamischer, was Bilder, Hintergrundmusik und Sprecher (auch hier spricht der Spitzenkandiat Torsten Albig größtenteils selbst) betrifft. Er ist außerdem abwechslungsreicher, weil nicht nur Torsten Albig zu Wort kommt, sondern auch „Wähler“ (bzw. Testimonials, die sich als Wähler ausgeben).

Was Torsten Albig selbst angeht, so hat dieser ganz offensichtlich ein größeres rhetorisches Talent als Jost de Jager. Seine Sprechweise ist dynamischer und setzt auch deutlichere Akzente bei den kommunizierten Inhalten. Trotzdem wirkt sein erstes Statement im Spot (Albig im Anzug vor nicht definierbarem Hintergrund) seltsam aufgesagt und künstlich, was sich aber bei den folgenden Statements (in Alltagssituationen bzw. vor aussagekräftigeren Hintergründen) auffällig bessert.

Fazit: Der SPD-Spot schafft es sehr viel besser als der CDU-Spot, ein dynamisches und sympathisches Image von Partei und Spitzenkandidat zu vermitteln. Zudem werden die zentralen Wahlziele der SPD mit Hilfe der Bildauswahl und der Sprechtexte deutlicher akzentuiert als bei der CDU. Trotzdem leidet auch der SPD-Spot an einer unnötigen Informationsflut. Weniger wäre auch hier mehr gewesen. Eine Einblendung der wichtigsten Wahlkampf-Slogans hätte ebenfalls nicht geschadet.

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