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Campaignwatch: Die Wahlkampagne der Saar-Linken – semi-professionell, aber originell

13. März 2012
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Seit einigen Tagen hängen im Saarland nun auch die Wahlplakate der Linkspartei. Nach Auskunft der medienpolitischen Sprecherin der Saar-Linken, Birgit Huonker, hat man damit ganz bewusst länger gewartet als die anderen Parteien. Denn auf diese Weise hätten die Plakate einen deutlichen höheren Aufmerksamkeitswert: „Die Leute rufen ja schon an und betteln regelrecht, wann hängen denn die Linke ihre Plakate auf?“

Anders als übrigen Parteien setzt man bei der Linken nicht auf eine Mischung aus Themen- und Personenplakaten, sondern kombiniert beide Plakat-Konzepte miteinander. D.h. die Wahlkampf-Themen der Linken finden sich als Slogans auf den Personen-Plakaten der fünf bekanntesten KandidatInnen Lafontaine, Bierbaum, Linsler, Schramm und Spaniol: „Sanieren muss man können.“ (Großflächenplakat Lafonteine), „Politikwechsel? Nur mit Die Linke“ (Lafontaine), „Gute Arbeit, gute Löhne!“ (Bierbaum), „Leiharbeit muss verboten werden!“ (Linsler), „Bezahlbare Pflege für Alle!“ (Schramm) und „Stoppt den Unterrichtsausfall!“ (Spaniol).

     

  

Auf den Plakaten der übrigen sechs KandidatInnen sowie auf einigen Lafontaine-Plakaten findet sich der Slogan: „Soziale Gerechtigkeit: Im Saarland jetzt nur noch mit uns!“ oder – bei den beiden jüngsten Kandidatinnen: „SozialIstIn!“.

  

Neben den Wahlplakaten hat Die Linke auch unterschiedliche Wahlanzeigen veröffentlicht. Die bereits hier vorgestellte „Hochzeitspaar“-Anzeige gibt es – aufgrund der positiven Rückmeldungen – mittlerweile sogar in drei Varianten:

     

Daneben existieren noch drei weitere Anzeigenmotive: Eines mit Claudia Kohde-Kilsch, Wimbledon-Siegerin von 1987, eines mit Vanessa Backes, Kunstfigur der Komikerin Alice Hoffmann (speziell zur Weiberfastnacht) sowie die Anzeige „Jung, willig, billig?“, die sich speziell an jüngere WählerInnen richtet und v.a. in saarländischen Szene-Magazinen geschaltet wird.

     

Schließlich gibt es noch eine Postkarte zur Auslage in Kneipen („Das totale Rauchverbot kann für Ihre Eckkneipe tödlich sein.“) und eine spezielle Facebook-Aktion („Der Leiharbeit die Rote Karte!“). Wer sich letzteres Motiv ausdruckt und es phantasievoll verwendet, dabei ein Foto macht und es ins Netz stellt, kann an einem Gewinnspiel teilnehmen. Das Bild mit den meisten „Gefällt mir“-Klicks gewinnt dabei einen Schwenker-Grill und ein 50-Liter-Fass Bier.

     

Fazit: Die Wahlkampagne der Linkspartei wirkt von allen hier vorgestellten saarländischen Kampagnen am uneinheitlichsten, aber gleichzeitig auch am unkonventionellsten. (Eine Kampagne, wie man sie – rein konzeptionell – eigentlich eher von der Piratenpartei erwartet hätte.) Dies liegt vermutlich auch daran, dass aufgrund der knappen finanziellen Mittel der Linkspartei keine Agentur für das Plakat- und Anzeigendesign beauftragt wurde. Das Ergebnis: Ein teilweise semi-professionell anmutendes Bild- und Motiv-Design, gleichzeitig aber erfrischende neue Ideen wie der späte Plakatierungsstart, die Kombination von Personen- und Themenplakaten, die „Hochzeitspaar“-Anzeigen und die „Rote Karte“-Facebook-Aktion. Ob die Wähler dieses Konzept honorieren, wird sich spätestens am 25. März herausstellen…

Nachtrag 1 (13.03.2012): Gerade sehe ich, dass Die Linke das „Hochzeitspaar“-Motiv nun auch als Plakat verwendet.

Nachtrag 2 (13.03.2012): Heute Morgen hat Die Linke auf Ihrem YouTube-Kanal ein Video zur Aktion „Einreißen des Hauses der Probleme“ veröffentlicht, die von der Kampagne „Jugend.Arm?Mut!“ und der Linksjugend.Saar organisiert wurde. Die Aktion reiht sich gut ein in das oben beschriebene Konzept der Linkspartei-Wahlkampagne.

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