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Campaignwatch: Neue Plakate von CDU und Grünen im Saarland, neue Anzeige der SPD

28. Februar 2012
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CDU und Grüne im Saarland haben auf ihren Homepages neue Wahlplakate veröffentlicht. Den Anfang machte letzte Woche die CDU mit zwei neuen Großflächenplakaten der Kramp-Karrenbauer-Serie. Damit sind zwei neue Headlines bzw. Statements zur Serie hinzugekommen: „Ich will einen starken Standort für erfolgreiche Unternehmen.“ und „Ich will fairen Lohn für faire Arbeit.“ Während die CDU mit dem ersten dieser beiden Statements ein klassisches Kernkompetenz-Thema (Wirtschaftskompetenz) besetzt, wildert sie mit dem zweiten Statement im Stamm-Revier der SPD (Lohngerechtigkeit).

Die Fotomotive zeigen Kramp-Karrenbauer zum einen in einer beruflichen Gesprächssituation, zum anderen beim Einkaufen an der Supermarktkasse. Meine ganz persönliche Einschätzung: Die Bildmotive fallen im Vergleich zu den beiden ersten Großflächenplakaten deutlich ab. Beide dargestellten Situationen wirken gestellt und wenig authentisch. Im Gegensatz zu den ersten beiden Plakaten gibt es auch keinen zwingenden Eye-Catcher (Kinder bzw. Kramp-Karrenbauer in Großaufnahme und in die Kamera blickend).

Die Grünen setzen bei ihrer Plakat-Kampagne auch im Saarland nicht auf Großflächenplakate, sondern auf kleinere Themenplakate. Wie schon bei früheren Kampagnen fallen diese wieder sehr bunt und betont unangepasst aus. Die Comic-Anmutung verleiht den Plakaten zudem eine jugendliche, fast schon kindliche Anmutung.

Inhaltlich setzen die Grünen bei ihren Plakaten auf die Themen Bildung, Energiepolitik, soziale Gerechtigkeit sowie – gleich auf zwei Plakaten – auf das Meta-Thema „politische Erneuerung“. Letzteres mutet angesichts der Tatsache, dass es sich bei den Grünen um eine der drei aktuellen Regierungsparteien handelt, ein wenig seltsam an: Könnte „Stillstand“ bzw. „alter Mief“ so doch auch mit einem Fortbestand der Jamaica-Koalition verbunden werden.

Optisch halte ich die Grünen-Plakate trotzdem für sehr gelungen, gerade aufgrund ihrer unkonventionellen, aber trotzdem sehr sympathischen und eingängigen Gestaltung. Glücklicherweise wurde auch der Versuchung widerstanden, die Fehler aus früheren Wahlkämpfen zu wiederholen und die Wähler mit bildungsbürgerlich-abgehobenen Slogans zu verwirren. Diese waren manchmal auch bei längerem Nachdenken kaum zu verstehen. Geschweige denn in ein bis zwei Sekunden, der durchschnittlichen Betrachtungsdauer von Wahlplakaten.

     

  

Bei der SPD lassen neue Plakatmotive noch auf sich warten. Allerdings wurde bereits ein neues Anzeigenmotiv veröffentlicht, dessen Headline („Neue Energie für unsere Wirtschaft und Industrie.“) bereits auf die Energiepolitik als ein weiteres Top-Wahlkampfthema der SPD schließen lässt. Während sich hier und bei der Bildungspolitik also eine Überschneidung der Themensetzung von SPD und Grünen-Plakate ergibt, wird das Thema soziale bzw. Lohngerechtigkeit mittlerweile nicht nur von SPD und Grünen, sondern auch von der CDU besetzt.

Neben eher nebulösen Meta-Themen wie „klare Verhältnisse“, „neuer Politikstil“ und „frischer Wind“ stellen damit v.a. die beiden Themenkomplexe Standortpolitik/Wirtschaftsförderung und Entschuldung Themen dar, die bislang nur von einer einzigen Partei (CDU) gesetzt wurden und die sich damit für die Wähler am besten zur Differenzierung zwischen den Parteien eignen.

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