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Campaignwatch: Saar-FDP veröffentlicht ihre Themen-Plakate auf Facebook – und erntet jede Menge Kritik

25. Februar 2012
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An sich ist das ja eine gute Idee: Man nutzt als Partei Facebook, um Wahlplakate den eigenen Anhängern zuerst vorzustellen. So haben diese einen kleinen Wissensvorsprung, freuen sich darüber und sind umso motivierter für den Wahlkampf. So die optimistische Theorie. Blöd nur, wenn das Ganze ein wenig nach hinten losgeht, wie aktuell bei der FDP im Saarland. Die hat ihre ersten drei Themen-Plakate am Donnerstag auf Facebook veröffentlicht:

      

Dafür gab es von den eigenen Anhängern aber kaum Applaus, sondern v.a. böse Kommentare. Hier eine kleine Auswahl, die für sich spricht:

„wiederholt man hier den fehler aus berlin, für den gemeinen wähler völlig unverständliche textplakate aufzuhängen?“

„Och nöööö… Das versteht außer den eigenen Leuten, denen man das Plakat auf einer Veranstaltung lang und breit erklärt hat, kein Mensch. Auch das schwarz/rot-Motiv als Plakat zu bringen, halte ich für einen Fehler. Als einmalige Anzeige war es nice. Aber als Plakat taugt es nicht. Die zentrale Frage ist die gleiche wie in Berlin: WARUM soll der Wähler sein Kreuz bei der FDP machen? Entweder aufgrund von Inhalten oder aufgrund von Personen oder aufgrund eines Funktionsargumentes. Auf keines der drei zielt dieses Plakat. Sorry für die ehrlichen Worte.

„Wir Insider verstehen, was gemeint ist. Aber für andere ist das höchst kryptisch. 2 Parteien? Warum? Es gibt doch noch andere im Parlament. Die 2 Parteien beziehen sich auf die Regierung, während „Gerade jetzt!“ (was übrigens ein guter Claim ist), sich ja auf den Landtag bezieht. Völlig konfuse Botschaft. Und warum den pseudowitzigen „Papa“ an den Anfang stellen? Genau der Fehler aus Berlin: Es soll lustig sein, ist es aber nicht, sondern es verwirrt nur. Gehts hier etwa um Familienpolitik, oder um neue Kindergärten?? Ausserdem, wer mehr als zwei Parteien möchte kann ja grün oder links wählen und riskiert dabei nicht, dass seine Stimme verloren geht. Schreibt einfach auf die Plakate, was ihr sagen wollt. Funktioniert besser!“

„verdammte Scheiße,nehmt die Ideen von FDP Liberte“

„Im Saarland gibt es drei. Das Plakat ist stümperhaft noch dazu.“

Deutlich besser kommt da die eigentlich fiktive FDP-Plakatkampagne „FDP Liberté“ des Kommunikationsberaters und FDP-Mitglieds Hasso Mansfeld an, die ebenfalls auf Facebook zu besichtigen ist und dort bereits über 1.200 Anhänger gefunden hat:

Die Reaktionen auf „FDP Liberté“-Aktion waren derartig positiv, dass die Saar-FDP nun beschlossen hat, die Motive in ihre offizielle Wahlkampagne zu integrieren: „Das Motiv Liberté statt Lafontaine wird bei uns anderthalb Wochen als Vorkampagne an einigen prominenten Plätzen plakatiert“, so Wahlkampfmanager Sebastian Greiber gegenüber „Welt Online„. Vielleicht sollte sich die FDP beim nächsten Mal gleich von Hasso Mansfeld beraten lassen…

Nachtrag (28.02.2012): Wie ich gerade auf W&V lese, hat FDP Liberté mittlerweile auch eine offizielle Homepage, auf der man die Plakate der Serie auch als Druckvorlage herunterladen kann.

P.S.: Die Adbuster haben auch bereits zugeschlagen, es gibt erste Remixes zur „Liberté“-Plakatreihe…

FDP - Wir sterben in Würde und Freiheit

Sinnfrei! Ideenfrei! Wählerfrei! FDP Lebertee

Nachtrag (07.03.2012): Mittlerweile hat die FDP auf ihrer Facebook-Seite vier weitere Plakate veröffentlicht. Teilweise werden diese nach Auskunft der Saar-FDP aber nur online gestreut und nicht plakatiert. Kommentiert wurden diese Plakate  auf Facebook – im Gegensatz zu den oben vorgestellten Plakaten – bislang kaum.

       

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