Skip to content

Campaignwatch: Neues Motto im US-Vorwahlkampf – Wer ist der härteste Obama-Basher?

24. Februar 2012
tags:

Bis vor Kurzem stand der republikanische Vorwahlkampf in den USA noch unter dem inoffiziellen Motto: „Wer ist der Konservativste im ganzen Land?“ Nun scheint sich das Motto geändert zu haben und die republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlagern sich wieder auf Angriffe gegen Obama, ganz nach dem Motto: „Wer ist der härteste Obama-Basher?“ So bezeichnete Newt Gingrich Obama vor zwei Tagen bei einer Wahlkampfveranstaltung als den „most dangerous president in modern American history“.

In seiner Begründung für diese Behauptung bezog sich Gingrich auf die Verhaftung von Amine El Khalifi durch das FBI am vergangenen Freitag: „Someone was arrested over the weekend for trying to blow up the US Capitol, they happened to be from Morocco. Under the Obama administration’s willful dishonesty, it would be highly inappropriate to describe what motivated him, because that would somehow be politically incorrect.“

Hiermit spielt Gingrich also ganz offensichtlich und unverblümt die Fremdenfeindlichkeitskarte, verpackt das Ganze aber – die Bush-Regierung lässt grüßen – in Besorgnis über die Sicherheit der Amerikaner. Nicht umsonst heißt eine der beliebtesten Internet-Seiten für rechte Hardliner mit fremdenfeindlichen Ansichten „politicallyincorrect“. Es handelt sich deshalb mittlerweile um eine Art Signalwort der rechten bzw. ausländerfeindlichen Szene in den USA (und auch in Deutschland).

Kaum überraschend: Gingrich gelang es mit diesen Äußerungen nach längerer Zeit wieder einmal, die Medienaufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Denn letztlich dürfte dies der eigentliche Anlass für die Schärfe der Attacke gegen Obama gewesen sein. Interessant ist hierbei aber wieder die Aufbereitung des Ereignisses auf Fox News: Hier gewährt man Gingrich jede Menge Raum, um noch einmal kräftig nachzulegen und blendet parallel Barack Obama beim Händeschütteln ein, so das – kaum subtil – der Eindruck entsteht: „Der tut ja tatsächlich nichts für unsere Sicherheit, sondern schüttelt nur Hände!“

Es kann vermutet werden, dass Gingrich versucht, mit seinen Äußerungen Rick Santorum vom Thron des schärfsten Kritikers Obamas zu stoßen. Auf diesem hatte Santorum vor Kurzem durch einen impliziten Hitler-Vergleich sowie folgende Aussagen zur Politik des amtierenden Präsidenten Platz genommen: „It’s about some phony ideal, some phony theology. Oh, not a theology based on the Bible. A different theology.“

Dagegen nimmt sich der aktuellste Anti-Obama-Spot von Mitt Romney geradezu harmlos aus. Denn hier wird nicht wie bei Gingrich und Romney auf fremdenfeindliche Ressentiments und Hitler-Vergleiche zurückgegriffen, sondern – fast schon sachlich – Obamas Maßnahmen zur Belebung der Konjunkt als gescheitert erklärt. Man darf also gespannt sein, ob Romney vor den anstehenden Vorwahlen in Arizona und Michigan versuchen wird, seine beiden schärfsten parteiinternen Konkurrenten im Wettlauf um die gröbste Obama-Beleidigung noch zu übertrumpfen.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: