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Campaignwatch: YouTube als virtuelle Wahlkampfzentrale im US-Wahlkampf

9. Februar 2012
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Einer der vielen Gründe für den Erfolg der Wahlkampagne von Barack Obama im Jahr 2008 war, dass es seinem Wahlkampf-Team gelang, mit den Millionen von ehrenamtlichen Wahlkampfhelfern einen sehr engen und nahezu persönlichen Kontakt zu halten. Ein wichtiger Teil dieser Strategie waren die regelmäßigen „Strategy Updates“ des Wahlkampfmanagers David Plouffe, die via Wahlkampf-Homepage und YouTube-Kanal verbreitet wurden:

Die semi-professionelle Anmutung dieser Videos war dabei pure Absicht: So berichtet David Plouffe in seinem Buch „The Audacity To Win“, dass das Obama-Team zwischenzeitlich beim Dreh der Videos eine bessere Kamera und professionellere Ausleuchtung einsetzte. Dieser Ansatz wurde jedoch wieder verworfen, da das ursprüngliche, „rohe“ Format der Videos (gefilmt mit Web-Cam und ohne Ausleuchtung) bei den Wahlkämpfern aufgrund der höheren Authentizität sehr viel besser ankam.

Auch im aktuellen Wahlkampf nutzt Obamas Wahlkampf-Team, nun in Person des Wahlkampfmanagers Jim Messina, den YouTube-Kanal des Obama-Teams wieder als virtuelle Wahlkampfzentrale, über die den Unterstützern die Wahlkampfstrategie erläutert wird:

Allerdings sieht es so aus, als hätten sich die Republikaner dieses Mal vorgenommen, Obama mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. So veröffentlicht der politische Direktor der Republikaner, Rick Wiley, seit Ende letzten Jahres auf dem YouTube-Kanal der Partei regelmäßig sogenannte „Strategy Memos“. In diesen wird relativ ausführlich und in Form einer Art Powerpoint-Präsentation erläutert, wo aus Sicht der republikanischen Parteizentrale die Schwächen Obamas und die Stärken der Republikaner liegen.

Seit Beginn der republikanischen Vorwahlen veröffentlicht Wiley zudem zu den meisten der Vorwahl-Staaten ein spezifisches Strategy Memo, in dem er darlegt, wie und warum die Republikaner im jeweiligen Bundesstaat Obama schlagen können. In der aktuellsten Ausgabe (Colorado) bezieht er sich dabei auch explizit auf seinen Gegenspieler Jim Messina und dessen Strategie-Briefing („Paths to 270 Electoral Votes“) vom 29. Dezember 2011:

Fazit: Die Strategie-Briefungs von Demokraten und Republikanern führen zweifellos zu einer stärkeren Einbindung (und damit vermutlich auch zu einer zusätzlichen Motivierung) der zahlreichen ehrenamtlichen und bezahlten Wahlkämpfer auf beiden Seiten. Gleichzeitig ist mit dieser erhöhten Transparenz aber auch ein Nachteil verbunden: Auch der politische Gegner kann sich so besser auf die jeweiligen Strategien einstellen.

Darüber hinaus profitieren auch die medialen und wissenschaftlichen Beobachter des Wahlkampfs: Denn noch nie waren die Wahlkampf-Strategien beider Seiten so gut nachvollziehbar wie heute. An dieser Stelle sollen deshalb ab sofort alle Strategy-Briefungs archiviert werden, die von Republikanern und Demokraten im Laufe des Wahlkampfs 2011/2012 veröffentlicht wurden und werden.

Jim Messina: Strategy Briefing (25.04.2011)

Rick Wiley: Strategy Memo (31.10.2011):

Rick Wiley: Strategy Memo (08.11.2011):

Jim Messina: One Million Person-to-Person Conversations (16.11.2011)

Jim Messina: Paths to 270 Electoral Votes (29.12.2011)

Rick Wiley: Strategy Memo Nevada (09.01.2012):

Rick Wiley: Strategy Memo Florida (30.01.2012):

Rick Wiley: Strategy Memo Nevada (02.02.2012):

Rick Wiley, Strategy Memo Colorado (06.02.2012):

Rick Wiley: The Road to 270 (22.02.2012):

Jim Messina: April Fundraising & Paths to 270 Update (16.05.2012)

Jim Messina: Polls, Grassroots Organizing, Electoral Votes, and Registering Voters (04.06.2012)

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