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Campaignwatch: Noch eine Woche bis zum Abwahl-Sonntag in Duisburg

5. Februar 2012

Eine Wahl-Kampagne der anderen Art findet derzeit in Duisburg statt: Dort soll am kommenden Sonntag niemand gewählt, sondern der amtierende Oberbürgermeister abgewählt werden. Namentlich Adolf Sauerland (CDU), dem viele Duisburger gravierendes Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Massenpanik und den 21 Todesfällen bei der Duisburger Love Parade im Juli 2010 vorwerfen.

Da Sauerland trotz massiver Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung nicht zurücktreten wollte, gründete sich im Juni 2011 die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“. Deren Ziel ist die Abwahl Sauerlands, die aus Sicht der Initiative die einzige Chance auf einen wirklichen Neuanfang für Duisburg darstellt. Das erste Zwischenziel, das Erreichen der 55.000 notwendigen Unterschriften zur Einleitung des Abwahlverfahrens, wurde im Oktober 2011 mit Übergabe von fast 80.000 Unterschriften an den Rat der Stadt Duisburg erreicht.

   

Um Sauerland im zweiten Schritt tatsächlich abzuwählen, müsste am kommenden Sonntag nun die Mehrheit der wahlberechtigten Duisburger mit „Ja“ stimmen. Gleichzeitig muss jedoch ein Zustimmungsquorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten erreicht werden. D.h. erst, wenn etwa 92.000 Bürger für die Abwahl Sauerlands stimmen und diese auch die Mehrheit der Wähler darstellen, ist Sauerland tatsächlich abgewählt.

Da Sauerland auf einen Wahlkampf gegen seine Abwahl verzichtet hat, bietet sich in Duisburg derzeit ein für Wahlkampfzeiten ungewöhnliches Bild: Ausschließlich die blauen „Ja zur Abwahl. Ja für Duisburg.“-Plakate prägen das Stadtbild. Ob und wie diese konkurrenzlose Plakat-Kampagne die Chancen auf Sauerlands Abwahl beeinflusst hat, wird man voraussichtlich am Sonntag in einer Woche erfahren.

Nachtrag (12.02.2012): Die Duisburger haben Adolf Sauerland tatsächlich abgewählt. Und zwar deutlich: 129.833 Duisburger, und damit deutlich mehr als die notwendigen 91.228, haben sich gegen Sauerland ausgesprochen. Wer seine Nachfolge antreten und damit den „Neuanfang für Duisburg“ verkörpern soll, ist allerdings noch vollkommen offen.

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