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Campaignwatch: Linkspartei antwortet auf den CDU-Angriffsspot

3. Februar 2012

Jetzt wird’s richtig amerikanisch: Nachdem die CDU vor drei Tagen eine amerikanisch anmutende Attack Ad gegen die Linkspartei veröffentlichte, hat Die Linke nun auf ihrem YouTube-Kanal mit einer nicht minder amerikanisch anmutenden Response Ad geantwortet. Der Spot übernimmt das Negative Campaigning-Konzept des CDU-Spots (düstere Musik und abschreckendes Bild-Material, kombiniert mit Zitaten von CDU-PolitikerInnen), fügt dem Ganzen am Ende aber noch eine positive Note hinzu: Bilder von Demonstranten der Linkspartei, deren Transparente offensichtlich als Beleg für die freiheitlich-demokratische Gesinnung der Partei dienen sollen („Nie wieder Faschismus!“, „Gegen den Überwachungsstaat“). Darauf folgt die ironische Schluss-Pointe, indem der Slogan des CDU-Spots aufgegriffen und quasi ins Gegenteil verkehrt wird: „Freiheit und Demokratie verteidigen“.

Der Spot der Linkspartei kann damit als ein Versuch angesehen werden, eine der Grundregeln des amerikanischen Wahlkampfs zu beherzigen: Beantworte ernstzunehmende Attacken so schnell wie möglich. Strohmeier schreibt in seinem Buch „Moderne Wahlkämpfe – wie sie geplant, geführt und gewonnen werden“ hierzu: „Die Qualität des Konterwahlkampfs ergibt sich aus der Reaktionsgeschwindigkeit und Zielgenauigkeit. Ziel des Konterwahlkampfs ist es, Angriffe der politischen Konkurrenz schnellstmöglich – im Idealfall im gleichen Nachrichtenzyklus – zu kontern und dabei in kürzester Zeit die gegnerischen Argumente präzise zu entkräften und der jeweiligen Diskussion eine für das eigene politische Produkt vorteilhafte Wendung zu verleihen“ (2002: 106f. ).

Allerdings: Entscheidend ist bei dieser Strategie die Einschätzung, ob es sich bei dem jeweiligen Angriff tatsächlich um eine ernstzunehmende  oder eher um eine polemische Attacke handelt, die höchstwahrscheinlich zu einem Bumerang-Effekt für den Angreifer führt (der durch einen Verzicht auf eine Reaktion umso wahrscheinlicher wird). Um noch einmal Strohmeier zu zitieren: „Angriffe der politischen Konkurrenz […], die als völlig überzogen und ungerechtfertigt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und höchstwahrscheinlich zu einem Victim-Syndrome-Effekt führen, sollten ebenfalls weitest gehend ignoriert werden, auf jeden Fall dann, wenn sich der gewünschte Bumerangeffekt einzustellen scheint“ (ebd.).

Quelle: Strohmeier, Gerd (2002): Moderne Wahlkämpfe – wie sie geplant, geführt und gewonnen werden. Baden-Baden: Nomos.

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