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Campaignwatch: Republikanische Vorwahlen in South Carolina – Kommt Gingrich noch einmal zurück?

21. Januar 2012

Lange Zeit sah auch in South Carolina alles nach einem weiteren, klaren Sieg für Mitt Romney aus. Doch jetzt hat sich das Blatt urplötzlich gewendet und Newt Gingrich führt in fast allen Umfragen. Auch wenn diese Führung relativ knapp ausfällt: Die Prognose von fivethirtyeight, die auch das in den Vorwahlen so entscheidende Momentum einbezieht, sieht die Siegchancen für Gingrich nun bei 82 Prozent.

Wie lässt sich dieser plötzliche und heftige Umschwung erklären? Vier Erklärungsansätze liegen auf der Hand. Zum einen dürfte sich die massive Untersützung Gingrichs durch das Super-PAC „Winning Our Future“ ausgewirkt haben. Dieses startete nach der Vorwahl in New Hampshire eine millionenschwere Angriffskampagne gegen Mitt Romney, die u.a. eine halbstündige, kinoreife Dokumentation über Romneys Zeit bei Bain Capital beinhaltete. Zum anderen wurde Newt Gingrich als „The Only One“ aufgebaut: der einzige Kandidat, der in der Lage sei, Obama zu schlagen.

Zweitens könnte sich auch die Wahlempfehlung für Newt Gingrich durch Rick Perry positiver ausgewirkt haben als dies in ersten Analysen vermutet worden war. Ein Anzeichen hierfür ist jedenfalls, dass Rick Santorum in den letzten Umfragen noch einmal deutlich an Boden verloren hat. Möglicherweise haben sich also doch zahlreiche religiös-konservative Wähler von Rick Perrys Wahlempfehlung beeinflussen lassen und sind vom Santorum-Lager ins Gingrich-Lager gewechselt.

Einen weiteren Erklärungsansatz liefern die beiden letzten TV-Debatten der verbliebenen republikanischen Präsidenschaftskandidaten am Montag und am Donnerstag. Gingrich konnte in beiden Debatten gegen Romney punkten, während dieser sich sehr defensiv und ausweichend verhielt, was auch von den Zuschauern so wahrgenommen wurde: Der veranstaltende Sender Fox News hatte bei der Debatte am Montag die Zuschauer aufgerufen, unter dem Hashtag @dodge zu twittern, wenn einer der Kandidaten ihrer Meinung nach ausweichende Antworten gab (engl. „to dodge“ = „ausweichen“, „sich drücken“). Romney schnitt bei diesem Zuschauer-Feedback von allen Kandidaten deutlich am schlechtesten ab, und zwar in allen behandelten Themenbereichen:

Schließlich könnte Gingrich auch davon profitieren, dass er nach wie vor indirekt durch die massive Anti-Romney-Kampagne der Demokraten unterstützt wird. Diese veröffentlichte nach den beiden letzten TV-Debatten mehrere Attack Ads, die Romneys Ausweichmanöver – insbesondere in Bezug auf die Höhe seiner Steuerzahlungen – auf- und angriffen. Romney hatte den Demokraten allerdings auch eine unwiderstehliche Vorlage geliefert, als er in der Debatte auf die Frage, warum er seine Steuererklärungen nicht veröffentlichen wolle, antwortete: „Weil ich sicher gehen will, dass ich Präsident Obama schlage.“

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