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Campaignwatch: Nur 82 Prozent für Obama in New Hampshire – nach 98 Prozent in Iowa

11. Januar 2012

Auch wenn es – zumindest hierzulande – kaum jemand bemerkt hat: Nicht nur die Republikaner haben in Iowa und New Hampshire ihre ersten Vorwahlen abgehalten. Auch die Demokraten starteten dort in die Vorwahl-Saison und wählten Obama mit 98 Prozent bzw. 82 Prozent zu ihrem Präsidentschaftskandidaten.

Tritt ein amtierender Präsident für eine zweite Amtszeit an, haben solche Vorwahlen zumeist lediglich die Funktion eines ersten Tests der Mobilisierung der eigenen Wählerschaft bzw. der zu erwartenden Wahlbeteiligung. Eine der wenigen Ausnahmen bildete der aggressive demokratische Vorwahlkampf 1980 zwischen dem amtierenden Präsidenten Jimmy Carter und seinem Herausforderer Ted Kennedy, der bis heute unvergessen ist.

Im Gegensatz zu Jimmy Carter hat Obama bei den aktuellen Vorwahlen nicht viel zu befürchten. Denn keiner seiner Herausforderer hat ernsthafte Chancen, Obamas Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat zu gefährden. Der einzige Herausforderer, der für eine gewisse Medienaufmerksamkeit sorgte, ist der extremistische Abtreibungsgegner Randall Terry. Dieser führt eine Angriffskampagne gegen Obama, die manche Attack Ads der Republikaner harmlos wirken lässt. So beginnt einer seiner Spots mit der Aussage: „Barack Hussein Obama is the worst president in our history“, um kurz darauf zu fragen: „Who will stop this madman?“.

Aufsehen erregte seine Kampagne aber v.a. durch Wahlspots, die Bilder von abgetriebenen Föten zeigen und Abtreibung mit dem Holocaust gleichsetzen. Hierbei profitiert Terry von einem Schlupfloch im Wahlgesetz, dass eine Zensur von Wahlspots während des Vorwahlkampfs untersagt.

Die eigentliche Erklärung dafür, dass Obama in Iowa „nur“ 98 Prozent der Stimmen erhielt, waren aber nicht seine Gegenkandidaten, sondern der Umstand, dass die Wähler sich dort auch als „Uncommitted“ einstufen können (was den Testcharakter der Vorwahl zusätzlich unterstreicht). Hierzu hatte beispielsweise Dave Murphy, ein ehemaliger Unterstützer Obamas, aufgerufen. In New Hampshire konnten die Wähler hingegen einen eigenen Kandidaten auf den Stimmzettel schreiben. Diese Möglichkeit wurde von etwa 10 Prozent genutzt, die übrigen acht Prozent der Nicht-Obama-Stimmen verteilten sich relativ gleichmäßig über die 13 Herausforderer Obamas.

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