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US-Wahlkampf, Lektion 14: Die Ehefrau als Wahlkampfhelferin – Do’s and Don’ts

25. Dezember 2011

Früher oder später ergreifen in amerikanischen Wahlkämpfen regelmäßig die Ehefrauen der Kandidaten das Wort, um ihr „Insiderwissen“ über die Kandidaten mit den Wählern zu teilen. Aktuelles Beispiel: Ann Romney, die den vorbildlichen Charakter und das ebenso vorbildliche Leben Ihres Ehemanns hervorhebt. Botschaft: Mitts Leben und Charakter prädestinieren ihn für das Amt des Präsidenten und die harten Entscheidungen, die man in diesem Amt zu treffen hat.

Bei diesem Spot handelt es sich gleichzeitig um die eher traditionelle Variante der ehelichen Wahlkampfhilfe, die sich auf kurze (und natürlich positive) Einblicke in die Persönlichkeit des Kandidaten beschränkt. Die moderne Variante hingegen war im Präsidentschaftswahlkampf 2007/2008 zu besichtigen, in dem sich Michelle Obama aktiv als Wahlkämpferin betätigte und zahlreiche eigene Interviews und Reden bestritt. Dass diese emanzipierte Variante der Wahlkampfhilfe durchaus auch Gefahren für den jeweiligen Kandidaten mit sich bringt, zeigte sich spätestens, als Michelle in einer ihrer Reden davon sprach, dass sie durch den Wahlkampf ihres Mannes „zum ersten Mal in ihrem Leben stolz auf ihr Land sei“ und damit für großen Aufruhr in den (konservativen) Medien sorgte.

Auch ihre Anmerkungen zu Baracks mangelhaften haushälterischen Fähigkeiten – er werfe die Socken nicht in die Schmutzwäsche und stelle die Butter nicht zurück in den Kühlschrank – führten teilweise zu hämischen Kommentaren. So wetterte eine Kolumnistin: „Ich zucke zusammen, wenn Michelle Obama ihren Mann rügt, er sei ja ein ganz normaler Sterblicher – ein Scherz, der auf der Annahme beruht, dass wir anderen ihn als Gott sehen.“ Und selbst eine harmlose Geste wie der „Fist Bump“ von Barack und Michelle bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt veranlasste eine Fox News-Moderatorin zu der Frage, ob es sich dabei möglicherweise um einen „terrorist fist jab“ gehandelt habe.

Fazit: Weichen die Wahlkampfaktivitäten der Kandidaten-Frauen vom traditionellen Muster ab, kann dies schnell ein erhebliches (und teilweise durchaus unerwünschtes) Medien-Echo nach sich ziehen. Was beim Obama-Wahlkampf 2007/2008 dazu führte, dass sich Michelle im Verlauf des Wahlkampfs mit potenziell kontroversen Äußerungen immer stärker zurückhielt.

P.S.: Der Vollständigkeit halber sollte wohl noch erwähnt werden, dass die Fox News-Moderatorin aufgrund Ihrer Bemerkung zum „Fist Bump“ der Obamas ihre Show bei Fox News verlor.

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