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Campaignwatch: Und was siehst du?

20. Dezember 2011

Kurz nachdem ich den Blog-Artikel meiner Kollegin Maja Augustinovic gelesen habe, bin ich auf eine Kampagne mit ähnlichem Thema gestoßen: die „Let’s fight racism“-Kampagne der UN. Die Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, mittels digitaler Postkarten auf offensichtliche, aber kaum hinterfragte rassistische Vorurteile aufmerksam zu machen. Eine typische Aufmerksamkeits-Kampagne also.

   

Und so funktioniert’s: Die Portraits von Menschen unterschiedlicher Herkunft sind mit der Frage „What do you see?“ und drei als realistisch einzuschätzenden, teilweise stark mit Vorurteilen behafteten, Antworten versehen. Und zack – schon kommt der Betrachter ins Grübeln.

Als Kommunikationswissenschaftler bilde ich mir nun ein, dass besonders viele der gewählten Motive (z.B. das Portrait eines älteren Mannes mit weißem Vollbart) den meisten Europäern aus Fernsehen und Presse vertraut sein müssten. Spielt die UN da etwa auch auf die Rolle der Medien im Umgang mit Bildern an? Ist da ein impliziter Vorwurf wegen der stigmatisierenden Nutzung von „typischen Menschenbildern“ zur Illustration von Nachrichten – ja meist von Krisen – zu verspüren? Oder konstruieren die Medien diese Vorurteile erst?

So oder so, es ist eine interessante Kampagne und erneut wird eindrucksvoll aufgezeigt, wie viel „passive“ Informationen durch Bilder aktiviert werden. Machen Sie doch einfach mal den Selbstversuch, schauen Sie sich einige der Portraits an und stellen Sie sich dann die Frage: Was sehen Sie?

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