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US-Wahlkampf, Lektion 3: Beantworte ernstzunehmende Attacken so schnell wie möglich

24. November 2011

Heute mal ein interessantes Beispiel für Attacke (von Mitt Romney) und Konter (von der Democratic Rapid Response). Gemessen an den Empfehlungen von Strohmeier (2002: 106f.) kam der Konter der Demokraten allerdings mit zwei Tagen Verzögerung schon viel zu spät: „Die Qualität des Konterwahlkampfs ergibt sich aus der Reaktionsgeschwindigkeit und Zielgenauigkeit. Ziel des Konterwahlkampfs ist es, Angriffe der politischen Konkurrenz schnellstmöglich – im Idealfall im gleichen Nachrichtenzyklus – zu kontern und dabei in kürzester Zeit die gegnerischen Argumente präzise zu entkräften und der jeweiligen Diskussion eine für das eigene politische Produkt vorteilhafte Wendung zu verleihen“.

Wichtig hierbei ist jedoch auch, dass nicht wahllos auf jeden Angriff reagiert wird, sondern lediglich auf Angriffe relevanter Gegner: „Der Konterwahlkampf sollte sich auf die Angriffe der politischen Konkurrenz erster Art konzentrieren und Angriffe der politischen Konkurrenz zweiter und dritter Art wenn möglich weitestgehend ignorieren. Schließlich würde bei einer Konterkampagne auf Angriffe der politischen Konkurrenz zweiter und dritter Art dieser eine öffentliche Plattform geschaffen und der Wahlkampf bzw. die Ressourcen der Kampagne auf einen Nebenschauplatz abgedrängt werden“ (vgl. ebd.). Die politische Konkurrenz erster Art ist dabei der jeweilige politische Hauptgegner, die politische Konkurrenz zweiter Art hingegen sonstige seriöse Konkurrenten und die politische Konkurrenz dritter Art die chancenlose Konkurrenz.

Relevant für die Abwägung eines Konters ist aber nicht nur die Art des Gegners, sondern auch die Art des Angriffs: „Angriffe der politischen Konkurrenz – auch erster Art -, die als völlig überzogen und ungerechtfertigt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und höchstwahrscheinlich zu einem Victim-Syndrome-Effekt führen, sollten ebenfalls weitest gehend ignoriert werden, auf jeden Fall dann, wenn sich der gewünschte Bumerangeffekt einzustellen scheint“ (vgl. ebd.).

Quelle: Strohmeier, Gerd (2002): Moderne Wahlkämpfe – wie sie geplant, geführt und gewonnen werden. Baden-Baden: Nomos.

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