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US-Wahlkampf, Lektion 1: Setze auf implizite Angriffe

7. November 2011

Jetzt wird es wirklich interessant in den USA: Obama startet eine Gegen-Offensive mit implizitem Negative Campaigning.

Der Gegner wird dabei nicht genannt, sondern es wird nur eine eher diffuse Bedrohung durch die gegnerische Seite und die Konsequenzen erzeugt, die es hätte, wenn sie an die Macht käme. Außerdem wird das Ganze verbunden mit der positiven Darstellung der eigenen Seite. Erinnert mich sehr an die SPD-Plakatkampagne von 2005 („Wir stehen für soziale Gerechtigkeit. Aber wofür stehen die anderen?“). Diese Strategie wird v.a. dann gerne verwendet, wenn man selbst an der Regierung ist und ein klassischer Angriffswahlkampf kein probates Mittel ist.

Der berühmteste implizite Angriffsspot der Wahlkampfgeschichte ist zweifellos der sogenannte „Daisy-Spot“ von Lyndon B. Johnson aus dem Jahr 1964, der dem republikanischen Gegenkandidaten Barry Goldwater (ohne diesen zu nennen) unterstellte, im Falle eines Wahlsiegs einen Atomkrieg anzuzetteln. Der Spot wurde von vielen Beobachtern als einer der Gründe dafür angesehen, dass Johnson bei der Wahl 1964 letztlich einen Erdrutsch-Sieg erzielte. Und das, obwohl der Spot  nur ein einziges Mal ausgestrahlt und direkt danach aufgrund von Protesten zurückgezogen wurde.

Das Konzept des Spots wurde in späteren Wahlkämpfen immer wieder aufgegriffen, z.B. 1984 in einem Spot des demokratischen Kandidaten Walter Mondale, ebenso wie in einem Spot des damals amtierenden Präsidenten Ronald Reagan. Und sogar 2007 von Hillary Clinton im demokratischen Vorwahlkampf, um auf die geringe Regierungserfahrung ihres damaligen Hauptkonkurrenten Barack Obama hinzuweisen. Das Obama-Team reagierte allerdings umgehend mit einem sehr gelungenen Konter-Spot.

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