Campaignwatch: “Herr Romney hat ein Schweizer Bankkonto” – Wenn US-Wahlspots plötzlich deutsch sprechen
Heute mal wieder eine kleine Kuriosität aus dem amerikanischen Wahlkampf: Die demokratische Parteizentrale hat gestern für eine kleine Premiere gesorgt. Sie veröffentlichte den – meines Wissens – ersten amerikanischen Wahlkampfspot der Geschichte, in dem (teilweise) deutsch gesprochen wird: “Herr Romney hat ein Schweizer Bankkonto im Wert von 2,9 Millionen Schweizer Franken oder 3 Millionen US-Dollar.” Kurz danach geht es sogar noch auf französisch weiter: “Monsieur Romney avait des invetissements dans la Bain Capital au Luxembourg.”
Häh? Sind die Demokraten jetzt schon so verzweifelt, dass sie anfangen, Wahlspots für die paar deutsch- und französischsprachigen Wähler in den USA zu produzieren? Nicht ganz. Ziel des Spots ist es, die Internationalität von Romneys Finanzgeschäften zu unterstreichen, weshalb die Informationen zu seinen ausländischen Bankkonten in der jeweiligen Landessprache (bzw. dem jeweiligen englischen Zungenschlag in ) gesprochen werden, ergänzt um englische Untertitel.
Folgerichtig werden also Romneys Finanzinvestionen in der Schweiz und in Luxemburg auf deutsch bzw. französisch beschrieben. Und das absolut akzentfrei, offensichtlich wurden also wirklich für jeden einzelnen Satz im Spot Muttersprachler als Sprecher/innen bemüht. Der amerikanische Wahlkampf ist eben immer wieder für eine Überraschung gut…
Ein bischen schweizer Dialekt hätte natürlich auch nicht geschadet :-)